Weltweite Ölkrise

Straße von Hormus: Alle Alternativen undenkbar?

Die angespannte Lage an der Straße von Hormus bedroht den Öltransport und lässt die Preise steigen. Echte Alternativen zu der wichtigen Route fehlen.
Newsdesk Heute
13.03.2026, 19:10
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Rund 20 Prozent vom gesamten Ölhandel auf der Welt läuft durch die Straße von Hormus. Die Iran-Krise spürst du deshalb gleich an der Zapfsäule. Mittlerweile tauchen in den sozialen Medien schon humorvolle Vorschläge auf, wie man das Öl an der Meerenge vorbeischmuggeln könnte.

Laut NTV schlägt ein User auf Bluesky vor, die Vereinigten Arabischen Emirate könnten ein riesiges Katapult bauen, um die Öltanks von A nach B zu schleudern. Ein anderer träumt davon, dass die Riesenadler aus "Der Herr der Ringe" zu Hilfe kommen und einen neuen Transportweg eröffnen.

So lustig diese Ideen auch sind, die Realität schaut leider nicht besser aus. Das Umladen auf Lkw scheitert schon an der Logistik. Normal würden rund 17 bis 20 Millionen Barrel Öl durch die Meerenge, ein einziger Lkw schafft gerade einmal 200 bis 250 davon.

Man bräuchte also tausende Lkw, die Tag und Nacht durch die wüstenähnlichen Regionen donnern und dabei mehrere Länder durchqueren. Die Kosten wären enorm und die Strecke wäre weiterhin ein leichtes Ziel für Angriffe aus dem Iran.

Eine Verlegung per Pipeline klingt schon realistischer. Aber die bestehenden Leitungen schaffen höchstens ein Drittel bis die Hälfte der Menge, die sonst über Hormus transportiert wird. Viele der großen Ölförderer am Golf sind komplett auf den Seeweg angewiesen. Neue Pipelines zu bauen, würde Jahre dauern und Unsummen verschlingen, merkt NTV an.

Bleibt als einzige rasche Lösung, für Sicherheit in der Meerenge zu sorgen. Doch das ist alles andere als einfach. Der Iran hat viele Möglichkeiten, um Öltanker im Persischen Golf anzugreifen. In der Vergangenheit setzte die Islamische Republik schon Schnellboote, Raketen, Drohnen und U-Boote ein. Das US-Militär konnte einige dieser Bedrohungen mittlerweile eindämmen, Schnellboote und U-Boote sind schnell ausgeschaltet. Aber Drohnen bleiben eine große Gefahr.

CNN berichtete außerdem, dass der Iran in den vergangenen Tagen etwa ein Dutzend Seeminen in der wichtigen Meeresenge platziert hat. Der Sender beruft sich dabei auf anonyme Quellen. US-Präsident Donald Trump meinte dazu, er habe keine Informationen darüber. Kurz darauf verkündete er, dass die US-Streitkräfte mehrere sogenannte Minenleger versenkt hätten.

US-Militär wäre überfordert

Trump schlug auch vor, dass amerikanische Kriegsschiffe die Öltanker durch die Meerenge begleiten. Das US-Militär hat das in der Vergangenheit schon gemacht. Das Problem: Ein massiver Angriff mit Raketen oder Drohnen könnte die Verteidigung der USA überfordern. Schon wenige Treffer könnten einen teuren Tanker zerstören.

US-Energieminister Chris Wright sagte gegenüber CNBC, dass die US-Marine derzeit noch nicht bereit sei, mit der Begleitung zu starten, weil "alle unsere militärischen Ressourcen derzeit darauf ausgerichtet sind, die Offensivkapazitäten des Iran zu zerstören". Wright rechnet aber damit, dass die Marine noch im Laufe des Monats mit der Eskortierung beginnt.

Auch das ist eine gewaltige logistische Aufgabe, wie Militärexperte Bryan Clark vom Hudson Institute dem "Wall Street Journal" erklärte. Jeder Tanker müsste vielleicht von zwei Kriegsschiffen begleitet werden, um Angriffe von der iranischen Küste und den kleinen Inseln abzuwehren. "Man hat nur Sekunden Zeit, bevor diese Drohnen direkt über einem sind, weil man so nah an der Küste ist. Das erhöht die Anzahl der benötigten Schiffe."

Die große Frage bleibt somit, wie lange der Konflikt mit dem Iran noch dauert. Je länger sich die Lage zuspitzt, desto teurer wird das Öl – zumindest kurzfristig.

Experten meinen, vieles hängt davon ab, wie sich der Iran verhält. Teheran könnte den Großteil der Schiffe durchlassen und nur einzelne Tanker angreifen, so Clark. Das Risiko für die Schifffahrt bleibt damit hoch.

Oder dem Iran gehen irgendwann die Abschussrampen aus, weil die US-Streitkräfte diese zerstören, sobald sie entdeckt werden. So oder so, die Aussichten sind düster.

{title && {title} } red, {title && {title} } 13.03.2026, 19:10
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