Straße von Hormus

Eskalation im Golf: Iran legt Dutzende Minen in Ölroute

Der Iran soll mehrere Minen in der Straße von Hormus ausgelegt haben. Die blockierte Schifffahrt auf der Ölroute droht damit weiter zu eskalieren.
Newsdesk Heute
12.03.2026, 08:01
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Die Lage im Persischen Golf spitzt sich weiter zu: Nach Angaben von Insidern hat der Iran mehrere Seeminen in der strategisch wichtigen Straße von Hormus platziert. Demnach wurden rund ein Dutzend Minen ausgelegt, wobei die Positionen der meisten Sprengkörper bekannt sein sollen. Wie die USA darauf reagieren wollen, ist bislang unklar. Zuerst berichtete der US-Sender CNN darüber.

Die Verminung könnte die Wiederaufnahme der Schifffahrt durch die Meerenge erheblich erschweren. Die Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist für den weltweiten Transport von Erdöl und Flüssigerdgas (LNG) von zentraler Bedeutung. Seit dem begonnenen US-Israel-Krieg gegen den Iran sind die Exporte durch die Wasserstraße vor der iranischen Küste praktisch zum Stillstand gekommen.

"200 Dollar pro Barrel"

Aus Teheran kamen gleichzeitig Warnungen über mögliche Auswirkungen auf den Ölmarkt. Das iranische Militär stellte steigende Preise in Aussicht. "Machen Sie sich auf einen Ölpreis von 200 Dollar pro Barrel gefasst", sagte der Sprecher des Militärkommandos, Ebrahim Solfaghari, an die USA gerichtet. "Denn der Ölpreis hängt von der regionalen Sicherheit ab, die Sie destabilisiert haben."

Aktuell liegen die Preise noch deutlich darunter: Die Nordseesorte Brent wurde am Mittwoch mit rund 93 Dollar pro Barrel gehandelt, die US-Sorte WTI mit etwa 89 Dollar.

Grafik: Iranische Angriffe auf Schiffe im Persischen Golf, US-israelische Angriffe auf iranische Marine, Zahl der Schiffspassagen durch die Straße von Hormuz.
APA-Images / APA-Grafik

USA: 28 Minenschiffe angegriffen

US-Präsident Donald Trump erklärte unterdessen, die amerikanischen Streitkräfte hätten bereits zahlreiche iranische Minenleger angegriffen. "Wir haben bis jetzt 28 Minenschiffe getroffen", sagte Trump am Mittwoch während einer Reise in den Bundesstaat Ohio vor Journalisten. Zuvor hatte das US-Militär von 16 zerstörten Minenlegern gesprochen.

Die US-Marine hat bislang noch keinen Geleitschutz für Handelsschiffe durch die Meerenge zugesagt. Trump forderte den Iran am Dienstag auf, alle Minen sofort zu entfernen, andernfalls müsse das Land mit militärischen Konsequenzen rechnen. Am Mittwoch appellierte er zudem an Ölkonzerne, die Passage weiterhin zu nutzen.

Mehrere Handelsschiffe getroffen

Gleichzeitig verschärfte auch Teheran seine Rhetorik. Die iranische Militärführung erklärte, jedes Schiff und jede Ölladung für die USA, Israel oder deren Partner sei in der Straße von Hormus ein legitimes Ziel. Ein Sprecher des zentralen Hauptquartiers Khatam Al-Anbiya sagte:
"Wir werden niemals zulassen, dass auch nur ein Liter Öl zugunsten der USA, der Zionisten und ihrer Partner durch die Straße von Hormus transportiert wird."

Parallel zu den Drohungen wurden mehrere Handelsschiffe in der Region getroffen. Die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) meldete, dass ein Projektil ein Frachtschiff in der Meerenge getroffen und ein Feuer ausgelöst habe. Auch im Persischen Golf vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate wurden zwei Massengutfrachter beschädigt.

Iran bekennt sich zu zwei Angriffen

Die iranischen Revolutionsgarden bekannten sich zu zwei Angriffen. Das Containerschiff "Express Rome", das laut iranischen Angaben israelischen Besitzern gehört und unter liberianischer Flagge fährt, sei nach Warnungen beschossen und gestoppt worden. Zudem sei der Frachter "Mayuree Naree" unter thailändischer Flagge angegriffen worden, nachdem er "Warnsignale und Aufforderungen" ignoriert habe.

Nach Angaben der UKMTO wurde das Schiff etwa elf Seemeilen nördlich des Omans getroffen und beschädigt. Zuvor war bereits das unter japanischer Flagge fahrende Containerschiff "One Majesty" von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Der Vorfall ereignete sich rund 25 Seemeilen nordwestlich von Ras Al Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Auch ein dritter Vorfall wurde gemeldet: Der Massengutfrachter "Star Gwyneth" erlitt laut Sicherheitsfirmen etwa 50 Meilen nordwestlich von Dubai Schäden am Rumpf. Das Schiff fährt unter der Flagge der Marshallinseln.

Warnung an Zivilisten

Das US-Militär warnte unterdessen die iranische Bevölkerung vor möglichen Angriffen auf Häfen in der Region. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) rief Zivilisten auf, Hafenanlagen entlang der Straße von Hormus zu meiden, in denen iranische Seestreitkräfte aktiv sind.

Der Iran nutze "zivile Häfen entlang der Straße von Hormus für militärische Operationen, die den internationalen Schiffsverkehr bedrohen", hieß es in einer Erklärung. "Zivile Häfen, die für militärische Zwecke genutzt werden, verlieren ihren Schutzstatus und werden nach dem Völkerrecht zu legitimen militärischen Zielen."

Unterdessen prüfen die G7-Staaten laut französischer Präsidentschaft Möglichkeiten für einen Geleitschutz von Handelsschiffen. Eine Arbeitsgruppe soll klären, unter welchen Bedingungen Schiffe eskortiert werden können, um die freie Schifffahrt wieder zu ermöglichen, sobald sich die Sicherheitslage verbessert.

{title && {title} } red, {title && {title} } 12.03.2026, 08:01
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