"Dann kommt Kaskade in Gang"

Spritpreis-Schock macht alle Inflationsdämpfer zunichte

Trump und Netanjahu sorgen für einen Inflationsschock in Österreich. IHS-Chef Bonin warnt vor heftiger Teuerung durch den Iran-Krieg.
Newsdesk Heute
06.03.2026, 23:11
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Benzin und Diesel sind um mehr als 20 Prozent teurer als noch zu Jahresbeginn. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) hat daher eine vertiefte Prüfung der aktuellen Preisentwicklung angeordnet. Das Institut für Höhere Studien (IHS) analysiert mit Unterstützung der Bundeswettbewerbsbehörde die Entwicklung der Treibstoffpreise, um mögliche Abzocke zu identifizieren.

Für IHS-Direktor Holger Bonin ist in der ZIB2 Freitagnacht derzeit noch nicht absehbar, wie sich der Konflikt und damit die Preise entwickeln werden: "Es ist vieles denkbar, auch, dass es viel schneller vorübergeht. Man muss sich auf Vieles einstellen. Das heißt aber auch: Abwarten, damit man nicht zu früh sein Pulver verschießt."

Der Ölpreis wird derzeit von der Blockade der Straße von Hormus angetrieben. "Am Ölmarkt werden Erwartungen gehandelt. Wenn das jetzt weiter steig, dann deutet sich eben an, dass der Konflikt wohl länger dauert." Selbst Trump spreche inzwischen von vier bis sechs Wochen. "Je länger das dauert, desto leerer werden die Läger und desto schneller werden die Preise nach oben gehen."

"Risiko am Horizont"

Ähnlich sieht es beim Gas aus. Die österreichischen Kunden seien durch die laufenden Verträge aber etwas vor einem Preisanstieg geschützt, sagt der IHS-Chef. Längerfristig seien aber auch hier Auswirkungen zu erwarten. Wichtig sei dabei, dass auch der Strompreis in Teilen durch Gas bestimmt wird. "Dann kommt eine Kaskade in Gang, wo man genauer hinschauen muss. Das ist ein Risiko am Horizont, das sich realisieren kann."

Dann macht er eine Hammer-Ansage: "Wir müssen uns dieses Jahr auf eine deutlich höhere Inflation einstellen als wir das erwartet haben." Vor Kurzem habe man sich noch darüber gefreut, dass sich die Inflationsrate dem Ziel von 2 Prozent annähert. Damit ist es schon vorbei! "Der Schock an den Zapfsäulen wird diesen Monat einen Sprung von ungefähr 0,4 Prozentpunkten bei der Inflationsrate ergeben."

Damit würden auf einen Schlag alle inflationsdämpfenden Maßnahmen der Regierung in diesem Jahr wieder zunichtegemacht, mahnt Bonin. "Im März wird das weitgehend aufgefressen durch die Preissteigerung an den Zapfsäulen."

Und wenn der US-israelische Angriffskrieg gegen den Iran noch länger andauert, dann ist das 2-Prozent-Ziel auf Jahressicht ebenfalls gefährdet.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 06.03.2026, 23:13, 06.03.2026, 23:11
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