Iran-Experte im ORF

Warnung vor "unbegrenzten" Raketen aus dem Iran

Die USA flogen am Dienstag die bisher heftigsten Angriffe auf den Iran, dieser lehnt aber eine Waffenruhe ab. Im ORF analysiert ein Experte die Krise.
Newsdesk Heute
10.03.2026, 22:20
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Der Iran will im Krieg gegen Israel und die USA keine Waffenruhe. Das hat Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf am Dienstag auf Englisch im Onlinedienst X klargestellt: "Wir streben natürlich keine Waffenruhe an", so Ghalibaf. "Wir glauben, dass der Aggressor bestraft und ihm eine Lektion erteilt werden muss, die ihn von weiteren Angriffen auf den Iran abhalten wird." US-Präsident Donald Trump hat am Vortag zum ersten Mal ein mögliches Ende des Krieges angedeutet. Laut Trump sei der Krieg "so gut wie" vorbei, wie er dem Sender CBS sagte.

Er begründete das mit der militärischen Schwächung des Iran durch die USA und Israel. Ob und wann die Vereinigten Staaten und Israel ihre Luftangriffe auf die Islamische Republik einstellen, ließ Trump offen. Am Dienstag war es zu den bislang heftigsten US-Angriffe auf den Iran gekommen. Die USA und Israel haben am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Schon am ersten Tag wurden der oberste Anführer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet.

Seitdem reagiert Teheran mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Iran-Experte Walter Posch ordnete die Geschehnisse am späten Dienstagabend in der "ZIB2" bei ORF-Moderator Armin Wolf ein. "Seriös kann man das nicht sagen", so Posch dazu, ob man absehen könne, wie lange der Krieg noch dauern werde – es müsse einen Gewaltakt der USA geben, die sagen müssten: "Jetzt ist Schluss." Andererseits müsse man auch den Iranern, die "verbittert" seien, "etwas anbieten".

Iran-Experte Walter Posch in der "ZIB2" bei ORF-Moderator Armin Wolf.
Screenshot ORF

"So lange schießen, solange sie Raketen haben"

"Die haben schon gedroht, dass sie so lange schießen, solange sie Raketen haben, und sie halten die unbegrenzt", so Posch zum Iran. Es gehe um "einen Krieg mit Ansage", die Interessen seien extrem unterschiedlich, aber beim Ziel, die "Raketenwaffe" auszuschalten, sei man "auch zu Opfern bereit". Ob der Krieg schnell beendet werde oder nicht, hänge wohl auch nicht unwesentlich von "innenpolitischen Erwägungen" von US-Präsident Trump ab, so Posch. Bei Israel wiederum gehe es auch darum, alle Verbündeten des Iran "auszuschalten".

Über das iranische Atomprogramm wiederum könne man sagen, dass es dazu fähig gewesen sei, Uran in großen Mengen anzureichern. Aber: Dass man daraus eine wesentliche Zahl an Bomben hätte herstellen können, ergebe sich aus den Berichten "nicht wirklich". Klar sei aber, dass es ein "Damoklesschwert" über den Köpfen aller gewesen sei, das die Amerikaner nun hätten ausschalten wollen. Über die genaue Anzahl der iranischen Raketen wisse man nichts, es gebe Vermutungen zwischen 2.000 und 5.000, sie seien zudem technisch fortgeschritten.

Und ein Regime-Wechsel im Iran, wie realistisch sei das? "Jetzt ist das Regime natürlich schon geschwächt", so Posch, "die staatlichen Funktionen sind sehr beschädigt, aber sie funktionieren noch". Das Regime werde wohl "so nachhaltig transformiert", dass es von wesentlichen Stellen infrage gestellt werde, so Posch. Nicht unterschätzen dürfe man "den Blutzoll, den die iranische Führung jetzt entrichtet hat", so der Experte, es sei "ein sehr verbittertes Regime", das man wohl nicht leicht an einen Verhandlungstisch bekommen werde.

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.03.2026, 22:20
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