"Letzte und beste Chance"

Großangriff auf Iran – Rubio widerspricht Trump

Nach den Luftangriffen auf den Iran liefern sich Washingtons Spitzenpolitiker eine Debatte über die Begründung des Militärschlags.
Newsdesk Heute
03.03.2026, 08:56
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Nach den massiven Luftschlägen der USA und Israels gegen den Iran sorgt nun die Begründung aus Washington für neue Diskussionen. US-Außenminister Marco Rubio verteidigte das Vorgehen – und stellte dabei eine andere Argumentationslinie vor als US-Präsident Donald Trump.

Rubio erklärte, Teheran habe seinen Streitkräften den Befehl erteilt, im Falle eines Angriffs automatisch US-Truppen ins Visier zu nehmen. "Wenn wir dagestanden und auf diesen Angriff gewartet hätten, bevor wir sie trafen, hätten wir wesentlich höhere Verluste erlitten", sagte der US-Chefdiplomat. Trump habe deshalb die "sehr kluge Entscheidung getroffen", gemeinsam mit Israel zuzuschlagen.

Andere Begründung von Trump

Zuvor hatte der Präsident selbst den Angriff anders begründet. Bei einer Veranstaltung im Weißen Haus sprach Trump von der besten Gelegenheit zum Handeln. "Dies war unsere letzte und beste Chance zuzuschlagen, was wir gerade tun, und die unerträglichen Bedrohungen durch dieses kranke und finstere Regime zu beseitigen", sagte er.

Auf die Frage, ob tatsächlich eine unmittelbare Bedrohung für die USA bestanden habe – ein zentrales Kriterium laut US-Verfassung für eine Kriegserklärung –, verwies Rubio erneut auf die israelischen Planungen. "Es gab definitiv eine unmittelbare Bedrohung, und diese unmittelbare Bedrohung bestand darin, dass wir wussten, dass der Iran, wenn er angegriffen würde - und wir gingen davon aus, dass er angegriffen werden würde -, sofort gegen uns vorgehen würde", erklärte er. "Wir hatten nicht vor, einfach dazusitzen und einen Schlag einzustecken."

Kritik von US-Demokraten

Scharfe Kritik kam aus den Reihen der Demokraten. Der Abgeordnete Joaquin Castro zeigte sich empört über Rubios Aussagen. Diese ließen darauf schließen, dass Israel "US-Truppen in Gefahr gebracht hat, indem es auf einem Angriff auf den Iran bestanden hat", schrieb Castro im Onlinedienst X. "Das ist inakzeptabel für den Präsidenten und inakzeptabel für ein Land, das sich als unser Verbündeter bezeichnet."

"Egal wie, letztlich musste dieser Einsatz stattfinden"

Rubio betonte zugleich, dass Washington den Angriff grundsätzlich für notwendig gehalten habe – unabhängig vom unmittelbaren Auslöser. "Egal wie, letztlich musste dieser Einsatz stattfinden", sagte er. Zwar würde die US-Regierung einen Machtwechsel in Teheran begrüßen, doch sei dies nicht das erklärte Ziel der Mission. "Wir hoffen, dass das iranische Volk diese Regierung stürzen und eine neue Zukunft für dieses Land aufbauen kann", sagte Rubio. "Aber das Ziel dieser Mission ist die Zerstörung ihrer ballistischen Raketenkapazitäten und ihrer Seestreitkräfte."

Die USA und Israel hatten am Samstag mit umfangreichen Luftangriffen auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei sowie weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran reagierte mit Angriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.

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