Im Skandal rund um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein haben die oppositionellen Demokraten gefordert, dass Präsident Donald Trump vor den Kongress geladen wird. Die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton verlangte am Donnerstag vor dem zuständigen Aufsichtsausschuss, dieser solle Trump "unter Eid zu den zehntausenden Male befragen, die er in den Epstein-Akten auftaucht". Clinton veröffentlichte ihre Erklärung im Onlinedienst X.
Der führende Demokrat im Untersuchungsausschuss, Robert Garcia, meinte, Trump müsse "die Fragen beantworten, die im ganzen Land von Überlebenden gestellt werden". Nachdem Hillary Clinton per Videoschaltung aus ihrem Haus im Bundesstaat New York befragt wurde, wollen die Abgeordneten am Freitag ihren Mann, den früheren Präsidenten Bill Clinton, anhören. Garcia warf der US-Regierung und den Republikanern erneut "Vertuschung" vor.
Kurz vor Clintons Befragung hatten der Radiosender NPR und die "New York Times" berichtet, das Justizministerium habe bei der Veröffentlichung der Epstein-Akten Dokumente zurückgehalten, in denen eine Frau Missbrauchsvorwürfe gegen Trump erhebt. Der republikanische Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, James Comer, hält eine Befragung Trumps im Kongress hingegen nicht für notwendig.
Der Präsident werde ohnehin jeden Tag von Journalisten zu seinem Wissen über den Fall und zu seiner Beziehung zu Epstein befragt, sagte Comer vor Medienvertretern. An die Clintons hätten die Abgeordneten hingegen "viele Fragen". Die Demokraten sehen in der Vorladung des Ehepaars Clinton ein politisches Manöver, um von Trumps eigener Verstrickung in den Epstein-Skandal abzulenken. Diesen Vorwurf wies Comer zurück.
Die Befragung der Clintons sei "keine parteiische Hexenjagd", betonte er. Niemand werfe dem Paar derzeit ein Fehlverhalten vor. Epstein stand im Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. 2008 wurde er erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte.
Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft musste er damals aber nur 13 Monate ins Gefängnis. Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner Zelle in New York gefunden. Laut offiziellen Angaben hat er sich das Leben genommen.