Attacke an Holocaust-Mahnmal

Lebenslang für Berliner Messer-Angreifer gefordert

Im Prozess um das Attentat am Berliner Holocaust-Mahnmal fordert die deutsche Bundesanwaltschaft lebenslange Haft für den 20-jährigen Angeklagten.
Newsdesk Heute
26.02.2026, 16:38
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die deutsche Bundesanwaltschaft fordert eine lebenslange Haftstrafe für den Attentäter, der im Februar 2025 beim Holocaust-Mahnmal in Berlin zugeschlagen hat. Im Verfahren gegen den 20-jährigen Syrer hat sie am Donnerstag vor dem Berliner Kammergericht außerdem verlangt, dass Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung kommt. Das hat eine Sprecherin des Gerichts bestätigt.

Die Nebenklage will hingegen, dass Jugendstrafrecht gilt, hat aber keine konkrete Strafe vorgeschlagen. Die Verteidigung plädiert auf sieben Jahre Jugendstrafe. Der Angeklagte, damals 19 Jahre alt, hat am 21. Februar 2025 einen spanischen Touristen angegriffen, der gemeinsam mit zwei Freunden das Mahnmal besucht hat.

Notoperation und künstliches Koma

Laut Anklage hat er sein Opfer mitten im Stelenfeld plötzlich von hinten gepackt und ihm eine 14 Zentimeter lange, klaffende Wunde am Hals zugefügt. Nur durch die schnelle Versorgung durch einen Notarzt hat der 30-jährige Spanier überlebt. Später wurde er notoperiert und für einige Zeit ins künstliche Koma versetzt. Im Prozess tritt er als Nebenkläger auf.

Die Bundesanwaltschaft ist überzeugt, dass sich der Angeklagte, der 2023 als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen ist, spätestens Ende 2024 im Sinne der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat radikalisiert hat. Er habe sich im Glauben gesehen, einen religiösen Auftrag zu erfüllen, und wollte "ein Zeichen gegen die freiheitliche Gesellschaft und gegen Juden" setzen.

Laut Anklage ist er extra für die Tat von Leipzig nach Berlin gereist. Kurz davor soll er über Messengerdienste Kontakt zu IS-Angehörigen aufgenommen und sich als Mitglied angeboten haben. Der Prozess läuft seit 20. November 2025. Das Urteil soll am Donnerstag nächste Woche verkündet werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 26.02.2026, 16:38
Jetzt E-Paper lesen