Im Internet gehen derzeit die Wogen hoch. Auf X und anderen Plattformen verbreiten sich Fotos von digitalen McDonald's-Werbetafeln, die tagsüber nur leere Burger-Boxen und leere Pommes-Schachteln zeigen. Der Vorwurf: Deutschland würde sich dem Islam "unterwerfen".
Was dabei viele nicht wissen: Die Bilder stammen aus dem Jahr 2023. Die Kampagne lief nur einen Tag lang zum Start des Ramadan und ist längst beendet.
Hinter der Kampagne mit dem Titel "Happy Ramadan" stand die Agentur Scholz & Friends. Ziel sei es gewesen, Rücksicht auf fastende Muslime zu nehmen. In Deutschland leben rund sechs Millionen Muslime.
Die Werbetafeln waren so programmiert, dass sie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang leere Verpackungen zeigten. Erst nach Einbruch der Dunkelheit, wenn gläubige Muslime ihr Fasten brechen, wurden Burger und Pommes eingeblendet.
Richtig Fahrt nahm die Aufregung durch ein Posting des britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson auf. Er schrieb, Deutschland passe sich bei einem muslimischen Bevölkerungsanteil von rund 6,5 Prozent bereits dem "Eindringling" an.
Der Beitrag erreichte binnen Stunden Hunderttausende Menschen. In der Folge griffen rechte Influencer weltweit das Thema auf. Schnell war von einer angeblichen "Unterwerfung Europas" die Rede. Auch internationale Medien wie Newsweek (USA) sowie Nachrichtenseiten von Großbritannien bis Indien berichten darüber als "aktuelle Kampagne".
Sucht man etwa auf "X" nach "McDonalds" und "Ramadan", finden sich aktuell jede Menge gehässige, zum Teil offen rassistische und ausländerfeindliche Postings in verschiedenen Sprachen. Medienartikel, die nicht erwähnen, dass die Kampagne von 2023 ist, werden dabei als "Beweis" verlinkt.
Hinter vielen dieser Postings steckt die bekannte Verschwörungserzählung vom "Großen Austausch". Dabei wird jede Maßnahme, die Muslime betrifft, als "Beweis" für eine angebliche Islamisierung Europas dargestellt.
Solche Narrative sorgen regelmäßig für Empörung - und schüren ein Klima, das immer wieder in offene Feindseligkeit gegenüber Muslimen und Minderheiten umschlägt.
McDonald's Deutschland betont auf Anfrage von "heute.at", dass es sich um keine aktuelle Werbekampagne handelt.
„Bei der angesprochenen Marketingkampagne handelt es sich um keine aktuelle Aktion. Im Jahr 2023 wurden zum Start des Ramadan die Motive für einen Tag an ausgewählten Standorten ausgespielt.“Pressestelle McDonald's Deutschlandauf "Heute"-Anfrage, 26. Februar 2026
Zudem verweist das Unternehmen auf seine Vielfalt. Bei McDonald's Deutschland und seinen Franchisenehmern arbeiten 67.000 Mitarbeiter aus über 160 Nationen. Man stehe für eine offene Gesellschaft und einen respektvollen Umgang miteinander.