Tragödie in Crans-Montana

"War Apokalypse": Hugo rettete Verlobte aus Flammen-Bar

In der Silvesternacht wird aus einem Urlaub ein Albtraum: Der 19-jährige Fußballer Hugo überlebt die Brandkatastrophe von Crans-Montana nur knapp.
Newsdesk Heute
27.02.2026, 09:34
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Als in der Silvesternacht in Crans-Montana plötzlich Flammen ausbrachen, änderte sich das Leben von Hugo Hare für immer. Der 19-Jährige, Reservespieler beim französischen Klub Quevilly-Rouen Métropole, überlebte die Brandkatastrophe nur knapp – und kämpft seither mit den schweren Folgen.

Wo früher Training und Spiele seinen Alltag bestimmten, stehen heute Operationen und Reha auf dem Programm. Der Teenager erlitt schwerste Verbrennungen, verbrachte anderthalb Monate auf der Intensivstation. Ärzte sprechen von einem Wunder.

"Die Schmerzen bleiben"

Erstmals hat sich Hare nun vor Kameras des französischen TV-Senders TF1 geäußert. Wochenlang war er nicht stark genug für ein Interview. "Körperlich geht es mir immer besser, auch wenn die Schmerzen bleiben, weil die Heilung sehr lange dauert", sagt er. Immer wieder durchzucken ihn plötzlich auftretende Schmerzstöße.

Seit dem 1. Januar musste sich der 19-Jährige neun Hauttransplantationen unterziehen. 30 Prozent seines Körpers wurden bei dem Feuer verletzt. "Ich habe Verbrennungen an beiden Händen, die Hälfte meines Ohres ist geschmolzen", schildert Hare. Auch sein Rücken und sein linker Arm sind betroffen, derzeit wird er in einem Rehabilitationszentrum behandelt.

An die ersten Tage nach der Katastrophe kann er sich kaum erinnern. "An die ersten zwei Wochen habe ich keinerlei Erinnerung. Ich erinnere mich vor allem an die Verbände, an die Verbandswechsel", erzählt er. Die Schmerzen seien unvorstellbar gewesen: "Selbst ich hätte mir, bevor ich verbrannt wurde, nie vorstellen können, dass es so einen Schmerz gibt."

Hare war mit vier Freunden im Urlaub in Crans-Montana. In der Bar "Le Constellation" saß er gegen ein Uhr morgens an einem Tisch, als er in den Keller zur Toilette ging. Plötzlich kam ihm der DJ entgegen – auf der verzweifelten Suche nach einem Feuerlöscher. "Es ist verrückt, wie schnell sich das Feuer ausgebreitet hat. Innerhalb einer Minute stand die Decke komplett in Flammen", berichtet der 19-Jährige.

"Es war die Apokalypse"

Sein Gedanke galt jedoch sofort seiner Verlobten, die sich noch im oberen Stockwerk befand. Trotz des Chaos kämpfte er sich die Treppe hinauf. Menschen drängten, stolperten übereinander. Schließlich fand er sie am Boden liegend. "Entweder gehe ich und überlebe, oder ich tue etwas für sie", habe er sich in diesem Moment gesagt. Er entschied sich zu bleiben, legte sich schützend auf sie. "Und dann verwandelten sich die Schreie in Stille. Es war, als würde der Tod an die Tür klopfen. Es war die Apokalypse", schildert er bei TF1.

Seine Verlobte überlebte mit einigen Verbrennungen. Hugo Hare hingegen trägt die schwereren körperlichen Narben davon – und viele Fragen. Er hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. "Ich will einfach wissen, warum dieser Schaum verwendet wurde, warum die Notausgänge geschlossen waren, warum es keine Kontrollen gab, warum Geld wichtiger ist als Menschenleben."

Hugo will wieder Fußballspielen

Sein Fokus liegt nun auf der Genesung. Doch langfristig hat er ein klares Ziel: Er möchte auf den Fußballplatz zurückkehren. Seine Teamkollegen von Quevilly-Rouen Métropole haben ihm bereits Tribut gezollt – und warten auf den Tag, an dem er wieder mit ihnen auflaufen kann.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 27.02.2026, 09:52, 27.02.2026, 09:34
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