Jetzt droht Explosion

Wal-Experte über Timmys Rettung: "Es war Tierquälerei"

Ein dänischer Professor äußert schwere Vorwürfe über den Umgang der Deutschen mit dem gestrandeten Buckelwal Timmy.
Newsdesk Heute
29.05.2026, 10:03
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Buckelwal Timmy ist seit zwei Wochen tot, trotzdem erhitzt er weiter die Gemüter – sowohl bei den selbsternannten Tierschützern, als auch bei Experten. Der dänische Wal-Professor Peter Teglberg Madsen geht nun im "Spiegel"-Interview hart mit der deutschen Öffentlichkeit und der Politik ins Gericht.

Timmy habe sich anfangs offenbar schlichtweg im seichten Wasser ausruhen wollen. "Buckelwale sind hervorragende Navigatoren, die mit flachen Gewässern keine Schwierigkeiten haben. Wir sehen jeden Sommer Buckelwale in der dänischen Ostsee, die nicht stranden." Passiere das aber mehrmals, sei er in der Regel schwer krank. Wahrscheinlich hatte sich Timmy in einem Netz verfangen und konnte deswegen nichts fressen.

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"Wal war dem Tod geweiht"

"Der Wal war dem Tod geweiht. Was dann geschah, da möchte ich ehrlich sein, war Tierquälerei. Bei seiner Freilassung vom Transportschiff wurde ein offensichtlich kranker und geschwächter Wal ins Meer geworfen."

Der Biologe zieht einen makaberen Vergleich: "Stellen Sie sich vor, Sie würden einen Menschen auf dem Sterbebett, der sich schon von seinen Verwandten verabschiedet hat, packen, in eine Schubkarre schmeißen, zwei Tage durch die Gegend fahren, im Wald abladen und jubelnd rufen: Du bist frei. Dafür würde man vermutlich ins Gefängnis kommen. Das ist hier passiert. Es war unverantwortlich."

Verwundert über Wal-Minister

Madsen habe deshalb schon früh dazu aufgerufen, den Wal in Ruhe zu lassen. Sehr gewundert habe ihn das Vorgehen des Umweltministers von Mecklenburg-Vorpommern, der dem Wal eine Chance geben wollte. "Der Wal hatte nie eine Chance." In Dänemark sei es üblich, den Experten mehr zu vertrauen.

"Vielleicht liegt es daran, dass wir Dänen aufgrund der langen Küstenlinie viel Erfahrung mit Strandungen haben. Fast jeder Däne kennt gestrandete Wale, das passiert jedes Jahr. Auch ich bin deshalb als junger Student Walforscher geworden, weil ich das Phänomen so faszinierend fand und etwas gegen dieses Problem unternehmen wollte."

Anstatt einander Vorwürfe zu machen, fordert Professor Madsen jetzt aber, etwas gegen die Fischernetze in der Ostsee zu unternehmen. "Jeder, den der Tod des Wals betroffen gemacht hat, kann sich engagieren. Man kann Geld an Umweltschutzorganisationen spenden, ehrenamtlich oder politisch tätig werden, um sogenannte Geisternetze zu entfernen. Das wäre ein positives Fazit dieser Geschichte."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 29.05.2026, 10:24, 29.05.2026, 10:03
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