Am Samstagmorgen um 9 Uhr war es so weit: Buckelwal Timmy, der sich im März 2026 in die Ostsee verirrt hatte, wurde in die Nordsee freigelassen. Seine Retter waren erleichtert, als sie ihn am Horizont noch ein paar Fontänen ausstoßen sahen – und die Welt atmete auf.
Die millionenschwere Rettungsaktion wurde von den Unternehmern Karin Walter-Mommert (62) und Mediamarkt-Mitbegründer Walter Gunz (79) finanziert. Das Paar hatte die private Initiative unterstützt, um den Meeressäuger nach wochenlanger Gefangenschaft auf einer Sandbank vor der Insel Poel zurück ins offene Meer zu bringen.
Doch wie die deutsche "Bild" schreibt, distanzieren sich die beiden Geldgeber nun von der Aktion, mit der der Wal in die Freiheit entlassen wurde. Die Millionäre erheben schwere Vorwürfe gegen die Schiffsbesatzungen.
Das Blatt zitiert aus einer deutlichen Stellungnahme des betuchten Duos: "Wir konstatieren hiermit, dass wir an der heutigen Entlassungsaktion des Wals weder beteiligt waren noch diese aktiv begleitet haben. Etwaige Konsequenzen für nicht abgestimmte Handlungen am und um den Wal haben der Eigner, die Betreiber und uns bekannte Personen der Crew der Schiffe Fortuna B und Robin Hood zu tragen."
Und: "Wir distanzieren uns hiermit ausdrücklich von den Geschehnissen und der Art und Weise, welche zur Aussetzung des Wals führten."
Es seien Maßnahmen ergriffen worden, "um den Wal von Bord zu bekommen", ohne zuvor die begleitenden Tierärztinnen zu konsultieren.
Der Kern des Streits: Die Tierärztinnen Dr. Kirsten Tönnies und Anne Herrschaft wurden entgegen den Absprachen von der Barge ferngehalten. Nur Jeffrey Foster vom "Free Willy"-Team konnte durchsetzen, dass er mit zu Timmy auf das Transportschiff durfte.
Foster habe gebeten, die beiden Kolleginnen und Teamkollegen unverzüglich hinzuzuziehen, er sei aber mit rüden Worten abgewiesen worden. "Ebenso wurde ihm im Laufe der Vorgänge untersagt, sein Handy zu nutzen, unter Androhung, dieses ins Meer zu werfen."
Die geschasse Tierärztin äußerte sich wütend in den sozialen Medien: "Es ist eine unfassbare Frechheit, was hier abgeht." Sie kritisierte, dass kein Tierarzt vor Ort war. "Die machen mit Timmy, was sie wollen", klagte Tönnies zornig.
Timmy schwamm zum ersten Mal seit 39 Tagen wieder im offenen Meer. Er wurde mit einer gefluteten Barge von der Ostsee Richtung Nordsee transportiert. Der Schlepper "Fortuna B" brachte ihn bis vor die dänische Küste bei Skagen, wo er schließlich freigelassen wurde.
Ob der Wal nach dem umstrittenen Ablauf der Freilassung nun wirklich gerettet ist, bleibt offen. Die Experten wollten eigentlich seinen Zustand vor der Freilassung ein letztes Mal überprüfen – dazu kam es nicht.