Entscheidende Stunden

Wal "Timmy" im Wassertaxi – doch Gefahr bleibt

Wal "Timmy" hat einen wichtigen Schritt Richtung Freiheit geschafft. Doch ob er die riskante Reise zurück ins Meer überlebt, ist noch ungewiss.
Newsdesk Heute
28.04.2026, 20:04
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Nach Wochen auf Sandbänken gibt es für Wal "Timmy" endlich Hoffnung auf Rettung. Das geschwächte Tier hat den ersten entscheidenden Schritt bereits geschafft.

Am Dienstag gelang es dem Wal, selbstständig in ein spezielles Transportschiff zu schwimmen. Die sogenannte Mega-Barge, ein rund 50 Meter langes Spezialschiff, dient nun als "Wassertaxi" für den Rückweg ins offene Meer.

Start erst am nächsten Tag

Eigentlich sollte die Reise noch am selben Abend starten, doch daraus wird nichts: "Timmy" soll erst am Mittwochmorgen Richtung Nordsee aufbrechen. Insgesamt liegt eine Strecke von mehr als 400 Kilometern vor dem Tier.

Das Transportschiff funktioniert wie ein riesiges Wasserbecken. Durch das Fluten von Tanks senkt sich die Barge ab, sodass ein großes "Aquarium" entsteht, in dem der Wal transportiert werden kann. Von der Wismarbucht aus soll ein Schlepper das Tier schließlich weiter in Richtung Nordsee bringen. "Das wird dann so innerhalb der nächsten 10 bis 14 Stunden passieren", erklärte der technische Leiter Felix Bohnsack gegenüber der "Bild".

Aufwendige Rettung

Die Rettung war aufwendig und dauerte Stunden. Schon am Vormittag legten Helfer dem Wal ein Geschirr an, um ihn in die Barge zu leiten. Gegen 14:30 Uhr war es schließlich geschafft: "Timmy" schwamm aus eigener Kraft in das Schiff.

Auch danach blieb die Situation angespannt. Das Becken, in dem sich der Wal befindet, wird schrittweise angepasst. "Wir werden immer 1,60 Meter Wassertiefe für den Wal haben", sagte Chef-Taucher Fred Babbel.

Große Erleichterung – doch Experten bangen

Die Erleichterung bei den Unterstützern ist groß. "Ich kann gar nicht sagen, wie glücklich ich bin. Man hat gesehen, dass der Wal gekämpft hat und leben wollte", sagte Karin Walter-Mommert. Auch Walter Gunz zeigte sich bewegt: "Ich bin erleichtert und sehr glücklich. Es war bislang das größte Abenteuer meines Lebens."

Lob kam auch aus der Politik. Der deutsche Umweltminister Till Backhaus verwies darauf, dass viele Experten die Rettung zuvor skeptisch gesehen hatten: "Die Wissenschaftler haben alle gesagt, das habe keinen Sinn. Wenn die den jungen Mann jetzt gesehen hätten, wie er alleine in die Barge eingeschwommen ist und sich mit seinen Flippern und seiner Fluke aus dem Kirchsee verabschiedet hat", sagte der Minister.

Ob die riskante Rettungsaktion am Ende erfolgreich sein wird, ist jedoch noch offen. Einige Experten befürchten, dass der geschwächte Wal den Transport nicht überleben könnte.

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