Botschafter einbestellt

"Gestohlenes" Getreide: Ukraine sauer auf Israel

Weil Israel Getreide aus von Russland besetzten Gebieten gekauft haben soll, hat die Ukraine den israelischen Botschafter in Kiew einbestellt.
Nick Wolfinger
28.04.2026, 16:19
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Neuer diplomatischer Streit zwischen der Ukraine und Israel: Die Regierung in Kiew hat den israelischen Botschafter einbestellt. Grund ist eine Getreide-Lieferung, die laut Ukraine aus von Russland besetzten Gebieten stammen soll.

Der israelische Botschafter sei zu einem Treffen am Dienstagmorgen einbestellt worden, "um unsere Protestnote zu übergeben und geeignete Maßnahmen zu verlangen", erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha am Montag im Onlinedienst X.

"Gestohlene Ware nach Haifa gebracht"

Kiew habe die israelische Regierung zuvor im April darüber informiert, dass eine Lieferung, die im israelischen Hafen Haifa eingetroffen sei, Getreide aus von Russland besetztem ukrainischem Gebiet enthalten habe, erklärte Sybiha.

"Es ist schwer nachzuvollziehen, dass Israel auf die berechtigte Bitte der Ukraine in Bezug auf das vorherige Schiff, das gestohlene Waren nach Haifa gebracht hat, nicht angemessen reagiert hat", erklärte der ukrainische Chefdiplomat.

"Da nun ein weiteres solches Schiff in Haifa angekommen ist, warnen wir Israel erneut davor, das gestohlene Getreide anzunehmen und unseren Beziehungen zu schaden." Gemeint ist das Frachtschiff "Panormitis", das laut Schiffs-Tracking-Daten über die russisch kontrollierte Straße von Kertsch nach Haifa gefahren ist.

Israel: "Keine Beweise"

Die Reaktion aus Israel ließ nicht lange auf sich warten. Außenminister Gideon Saar wies die Vorwürfe zurück und kritisierte den öffentlichen Ton aus der Ukraine. Diplomatische Fragen würden nicht über soziale Medien geklärt, so Saar auf X.

Zudem habe Kiew bisher keine Beweise vorgelegt. Der Fall werde geprüft. "Israel ist ein Staat, der sich an die Rechtsstaatlichkeit hält", erklärte Saar.

Hintergrund des Konflikts sind Vorwürfe, Russland exportiere Getreide aus besetzten ukrainischen Regionen als eigene Ware. Die EU hatte dazu bereits 2024 entsprechende Hinweise veröffentlicht.

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