Kurs auf Nordsee

Bald im Meer: "Timmy" hat das Schlimmste überstanden

Wal "Timmy" ist auf dem Weg in die Nordsee und bereits in dänischen Gewässern angekommen. Ein Zwischenstopp für einen Gesundheitscheck ist geplant.
Newsdesk Heute
29.04.2026, 21:23
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Die aufwendige Rettungsaktion für Buckelwal "Timmy" steht vor einem entscheidenden Abschnitt. Der Meeressäuger ist bereits in dänischen Gewässern unterwegs und kommt seinem Ziel, der Nordsee, immer näher.

Nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus ist der Wal "gut unterwegs". "Wenn alles gut läuft, ist er in zwei Tagen in der Nordsee. Das Allerschlimmste hat er jetzt schon hinter sich."

Tierärztin aus Koma erwacht

Während "Timmy" in seinem sogenannten "Wassertaxi" weitertransportiert wird, gibt es auch Neuigkeiten zur beteiligten Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert. Sie musste nach einer Notoperation ins Koma versetzt werden. "Sie ist aus dem Koma erwacht. Es geht ihr aber schlecht", so Backhaus. Laut ihrem Ehemann sei sie "noch einseitig gelähmt, aber sie nimmt schon wieder Dinge wahr. Das wird ein langer Weg".

Der Wal wird aktuell vom Schiff "Fortuna B" in einer mit Wasser gefüllten Barge durch das Meer gezogen. Bereits am Dienstag wurde "Timmy" in dieses Transportbecken gebracht, in dem er mehrere Tage verbringen soll. Ein Zwischenstopp für einen Gesundheitscheck ist im dänischen Skagen geplant, danach soll es weiter Richtung Nordsee gehen, wo er wieder zu Artgenossen gebracht werden soll.

Standort von Freilassung geheim

Wo genau die Freilassung erfolgen wird, ist nicht öffentlich bekannt. Die Organisatoren halten den Standort bewusst geheim. "Diese Information, wo sich der Wal befindet, befindet sich bei den Initiatoren. Wir wollen keinen Wal-Tourismus, der Wal soll seine Ruhe haben", erklärte Anwältin Constanze von der Meden.

Dem Wal selbst scheint die aufwendige Rettungsaktion bisher gut zu bekommen. "Es geht ihm in der Barge sehr gut. Er soll heute Nacht gesungen haben", berichtete Backhaus.

Experten bangen weiter

Ob "Timmy" den Weg zurück in die Freiheit schafft, wird jedoch unterschiedlich bewertet. Die Internationale Walfangkommission äußerte Zweifel: "Das Tier scheint schwer geschädigt zu sein und dürfte selbst bei einer Verbringung in tieferes Wasser kaum überleben". Auch Experten des Deutschen Meeresmuseums warnen davor, dass der geschwächte Wal im offenen Meer Probleme bekommen könnte.

Die private Initiative hinter der Rettungsaktion sieht das anders. "Alle Experten" würden aktuell davon ausgehen, "dass er ausgewildert werden kann", so von der Meden. Auch Minister Backhaus zeigt sich zuversichtlich: "Es war ein Versuch und der Versuch ist geglückt. Ich habe immer daran geglaubt".

Zur weiteren Beobachtung soll "Timmy" zudem mit einem Standort-Tracker ausgestattet werden.

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