Die Gewerkschaft IG Metall wirft Firmenchef Elon Musk vor, die Belegschaft mit indirekten Drohungen unter Druck zu setzen.
"Lassen Sie faire Betriebsratswahlen in Grünheide zu", appellierte IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto an den US-Milliardär. Das Vorgehen der Werksleitung sei "so durchschaubar wie undemokratisch". Hintergrund sind Aussagen Musks in einem firmeninternen Video-Interview, aus dem das "Handelsblatt" zitierte. Darin sagte Musk: "Nun, die Dinge werden sicherlich schwieriger, wenn es sozusagen externe Organisationen gibt, die Tesla in die falsche Richtung drängen."
Die Fragen stellte André Thierig, Leiter des einzigen europäischen Tesla-Werks.
Zwischen Tesla und der IG Metall schwelt seit Monaten ein erbitterter Konflikt. Die Gewerkschaft fordert bessere Arbeitsbedingungen und einen Tarifvertrag. Tesla lehnt das ab – unter Verweis auf angeblich bereits höhere Entgelte im Werk.
Otto kritisierte, Musk spiele kurz vor der Wahl "mit Hoffnungen, Wünschen und Ängsten der Beschäftigten", um den Ausgang zu beeinflussen. Seine klare Ansage: "Akzeptieren Sie die Spielregeln für Mitbestimmung und Demokratie im Betrieb in Deutschland."
Auch Werksleiter Thierig hatte Mitte Februar gewarnt, die Wahl sei entscheidend für den künftigen Erfolg des Standorts. Er könne sich "persönlich nicht vorstellen", dass die Entscheidungsträger in den USA den Ausbau der Fabrik weiter vorantreiben würden, sollte die IG Metall die Mehrheit erringen.
Bei der letzten Betriebsratswahl 2024 stellte die IG Metall zwar die größte Gruppe, die Sitzmehrheit ging jedoch an nicht gewerkschaftlich organisierte Vertreter.
Zum wiederholten Hin und Her rund um einen möglichen Werksausbau meinte Gewerkschafter Otto: "Solange die Verkaufszahlen runtergehen, wird Tesla überhaupt kein Werk bauen. Nicht hier und auch nicht anderswo." Die Wahl findet am 4. März statt.