Aufsichtsratschef Werner Gatzer habe am Donnerstagabend in einer digitalen Sitzung über die Personalie informieren wollen, sagte das Treffen aber kurzfristig wieder ab, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Nach "SZ"-Informationen steht die Entscheidung jedoch fest, der Aufsichtsrat soll die Abberufung auf seiner Sitzung in drei Wochen beschließen.
Bis dahin sollen demnach noch die Formalien geklärt werden. Die Bahn wollte sich auf Anfrage der Zeitung nicht zu der Angelegenheit äußern.
Dohm hatte dem Bericht zufolge zuletzt vor allem den mächtigen Konzernbetriebsrat gegen sich aufgebracht: Sie unterschrieb laut "SZ" im Dezember eine sogenannte Gesellschafterweisung, die die Aufspaltung der Bahn-Tochter DB Services zur Folge hat – allerdings ohne zuvor mit den zuständigen Interessenvertretern zu sprechen.
Die Konzernbetriebsratsvorsitzende Heike Moll kritisierte das in einer der "SZ" vorliegenden Information an die Mitarbeiter mit scharfen Worten. "Die Vorgehensweise, für die sich Karin Dohm bei der DB Services entschieden hat, zeugt weder von sozialer Kompetenz noch von Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten", heißt es dort. "Würden Mitarbeitende derart gegen dienstliche Absprachen verstoßen, müssten sie um ihre berufliche Zukunft bangen", zitiert die Zeitung weiter.
Dohm hatte als Finanzchefin bei der Baumarktkette Hornbach gearbeitet und war dann im Frühjahr 2025 zum Autozulieferer Conti gewechselt, wo sie aber auch nur wenige Monate blieb.