Künstliche Intelligenz benötigt immer mehr Energie. Schon jetzt warnen Tech-Riesen wie Google, Meta oder Amazon vor einem massiven Anstieg des Strombedarfs durch neue KI-Rechenzentren. Bis 2050 soll die Atomkraft deshalb weltweit verdreifacht werden.
Google geht noch weiter und will ab 2027 ein KI-Rechenzentrum direkt im Weltraum errichten, betrieben mit permanenter Solarenergie ("Heute" berichtete).
Jetzt zieht auch SpaceX nach. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk hat einen Antrag eingereicht, um ein KI-Rechenzentrum im All zu errichten. Der Plan ist gewaltig: Eine Konstellation aus rund einer Million Satelliten soll im niedrigen Erdorbit kreisen. Die einzelnen Einheiten wären über Laser miteinander verbunden und würden ihren Strom über Solarmodule erzeugen.
SpaceX spricht von einem "Meilenstein für die Menschheit". Mit dem Projekt könne man den Schritt zu einer sogenannten Kardashev-II-Zivilisation machen, also einer Zivilisation, die die gesamte Energie ihrer Sonne nutzt. Zum Vergleich: Derzeit befinden sich laut ESA rund 15.000 Satelliten im Orbit, mehr als 9.600 davon gehören bereits zum Starlink-Netz von SpaceX.
Kritik kommt aus der Astronomie. Schon jetzt erschweren Satelliten die Beobachtung des Nachthimmels. Zudem nehmen Beinahe-Kollisionen und Weltraumschrott zu, was die Raumfahrt langfristig gefährdet.
SpaceX hält dagegen: Ein KI-Rechenzentrum im All könnte den enormen Wasser- und Stromverbrauch auf der Erde deutlich senken. Ob das Projekt grünes Licht bekommt, entscheidet nun die US-Telekombehörde FCC. Selbst bei einer Genehmigung bleibt offen, ob das Vorhaben in dieser Größenordnung jemals umgesetzt wird.
Fakt ist: Eine Million Satelliten für KI klingt nach Zukunftsmusik - oder nach dem nächsten großen Streit um den Himmel über unseren Köpfen.