Spenderherz falsch gekühlt

Nach Tod von Domenico (2) – Vater bricht sein Schweigen

Lange hat sich Domenicos Vater zurückgehalten. Jetzt spricht Antonio offen über seine Trauer, die Erinnerungen an seinen kleinen Buben und die Wut.
Newsdesk Heute
26.02.2026, 15:11
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Beim Transport des Spenderherzens kam es zu einem schweren Fehler: Das Herz wurde nicht wie üblich mit normalem Eis, sondern mit viel kälterem Trockeneis gekühlt. Dadurch wurde das Organ beschädigt und konnte Domenico (2) nicht helfen. Wie "20 Minuten" berichtet, forderte seine Mutter nach Domenicos Tod eine genaue Aufklärung, wie es zu diesem fatalen Fehler kommen konnte.

Jetzt, ein paar Tage später, meldet sich auch Domenicos Vater zu Wort. "Meine Frau Patricia hat mich bisher von den Journalisten ferngehalten", erklärt Antonio Caliendo (39), "damit ich nicht explodiere. Ich bin so wütend."

Domenicos letzte Reise

"Mein Sohn, ich werde dich vermissen, aber ich bin wie du, ein Kämpfer", das waren Antonios letzte Worte an Domenico, wie er gegenüber der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" erzählt. Er erinnert sich: "Seine Mama hat ihm für seine letzte Reise einen kleinen Anzug gekauft: mit Krawatte und Schiebermütze, genau wie damals, als er mit Opa Antonio, meinem Vater, unterwegs war."

Patricia sagte bereits in einem früheren Gespräch, Domenico würde jetzt als Schutzengel über die Familie wachen. Antonio stimmt ihr zu: "Er war unser tapferer kleiner Mann. Ja, ich glaube auch, dass er jetzt unser Schutzengel ist." Er spürt, dass Domenico ihnen Kraft gibt, weiterzumachen und auf die Geschwister aufzupassen.

Vater ahnte Schreckliches

Am Abend vor der missglückten Transplantation hatte Antonio ein ungutes Gefühl. "Lello, ich spüre etwas Seltsames in mir, komm, ich nehme meinen Sohn mit nach Hause", sagte er damals zu seinem Freund, der ihn ins Spital begleitete. Doch dieser widersprach: "Willst du mich veräppeln, Antò? Morgen beginnt ein neues Leben für ihn."

"Den ganzen Abend musste ich an die Spiele denken, die Domenico und ich früher auf dem Bett gespielt haben", erzählt Antonio weiter. "Ich konnte an nichts anderes denken." Es sind schöne Erinnerungen: Jeden Tag, wenn Antonio von der Baustelle heimkam – er arbeitet als Maurer –, winkte ihm Domenico vom Balkon aus zu und wartete an der Tür, bis sein Papa heimkam. "Domenico war ein sehr aufgewecktes, lebhaftes und gescheites Kind."

Wut auf Chirurgen

"Wir – Patricia und ich – hatten so viel Hoffnung und haben den Ärzten im Monaldi-Spital voll vertraut", erklärt Antonio seine Wut. "Aber die Leute, die von Neapel nach Bozen gefahren sind, um das Herz mit dieser Kühlbox zu holen, waren völlig verrückt." Auch dem Chirurgen, der die Operation durchgeführt hat, will Antonio nicht mehr begegnen. "Die Justiz wird alles aufklären, aber ich will ihm nicht mehr über den Weg laufen."

Antonio betont aber auch, dass nicht alle im Spital "schlecht" waren. "Es gibt viele gute Menschen, viele fähige Ärzte, die uns später beigestanden haben. Das Pflegepersonal war immer für Domenico da, sie haben ihn nie im Stich gelassen, nicht einmal für einen Moment."

{title && {title} } red, {title && {title} } 26.02.2026, 15:11
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