Der Tod eines zweijährigen Buben nach einer Herztransplantation erschüttert Italien. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Neapel gegen sieben Personen aus dem Gesundheitsbereich wegen fahrlässiger Tötung.
Das Kind war im Dezember operiert worden und erhielt ein geschädigtes Spenderherz. Am Samstag verstarb der kleine Domenico. Bereits in den Tagen zuvor liefen Ermittlungen, inzwischen wurde das Verfahren ausgeweitet. Sieben Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen wurden darüber informiert, dass gegen sie ermittelt wird, ihre Mobiltelefone wurden beschlagnahmt.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das Herz beim Transport von Bozen nach Neapel beschädigt wurde. Die Ermittler prüfen, ob der verwendete Kühlbehälter nicht den vorgeschriebenen Standards entsprach oder ob statt normalem Eis Trockeneis zur Konservierung eingesetzt wurde.
Spenderorgane werden üblicherweise mit normalem Eis gekühlt, das Temperaturen zwischen null und vier Grad plus ermöglicht. Trockeneis hingegen erreicht Temperaturen von rund minus 78 Grad.
Unklar ist auch, ob das Organ möglicherweise bereits beim Eingriff in Bozen so stark beschädigt worden sein könnte, dass es für eine Transplantation ungeeignet war. Mehr Klarheit soll die von der Staatsanwaltschaft Neapel angeordnete Obduktion bringen.
Der Südtiroler Gesundheitslandesrat Hubert Messner verteidigte die Arbeit der Ärzte. Gegenüber RAI Südtirol sagte er: „Ich bin überzeugt, dass unsere Mitarbeiter hier das Beste geleistet haben. Soweit ich das überblicken kann, ist wirklich alles nach Protokoll abgelaufen. Unsere Mitarbeiter geben tagtäglich ihr Bestes. Seit Wochen stellen Medien Spekulationen an, das ist sehr belastend."
Zugleich betonte er: „Wir haben in Südtirol eine hohe Bereitschaft Organe zu spenden. In den vergangenen 30 Jahren, das ist in etwa jene Zeitspanne, die ich überblicken kann, hatten wir nie eine kritische Situation bei Entnahme, Transport und Transplantation der Organe. Das wäre das erste Mal. Das Team hat große Erfahrung. Es hat nie einen Problemfall gegeben".
Der Fall sorgt landesweit für Bestürzung. Italiens Premierministerin Giorgia Meloni rief vergangene Woche die Mutter des Kindes an, um ihr ihre Solidarität auszusprechen. Der Anwalt der Frau erklärte am Sonntag, in den Krankenhausunterlagen des Buben würden wichtige Teile fehlen. Er forderte umfassende Ermittlungen zur vollständigen Aufklärung.