Wegen der anhaltend hohen Lawinengefahr hat das Land Vorarlberg am Sonntag um 8.30 Uhr erstmals einen landesweiten AT-Alert ausgelöst. Ziel der Maßnahme ist es, insbesondere auch Skitouristinnen und Skitouristen auf die derzeit besonders kritische Lage aufmerksam zu machen.
Im gesamten Bundesland gilt aktuell Lawinenwarnstufe 4 von 5 („hoch“). Laut Lawinenwarndienst handelt es sich um eine anhaltend gefährliche Situation: Lawinen können nicht nur durch Wintersportler ausgelöst werden, auch spontane Abgänge sind möglich. Vor Touren und Abfahrten abseits gesicherter Pisten wird ausdrücklich gewarnt.
Der AT-Alert wurde bewusst landesweit aktiviert, wie der "ORF" berichtet. Dadurch erhalten auch Reisende, die nach Vorarlberg einfahren, automatisch eine Warnmeldung auf ihr Mobiltelefon. Der Alarm bleibt den gesamten Sonntag aktiv. Gerade Urlauberinnen und Urlauber würden die Lawinenwarnstufen oft unterschätzen oder nicht richtig einordnen können, hieß es aus der Landeswarnzentrale. Mit dem Warnsystem sollen daher gezielt auch Gäste erreicht werden.
AT-Alert ist das österreichische Bevölkerungswarnsystem, mit dem Behörden Gefahrenmeldungen direkt auf Handys schicken können. Die Aussendung erfolgt über Cell Broadcast und erreicht alle Mobiltelefone, die sich in den betroffenen Funkzellen befinden – auch Geräte aus dem Ausland. Je nach Gefahrenlage gibt es unterschiedliche Warnstufen. Der Notfallalarm als höchste Stufe ist immer aktiv und kann nicht deaktiviert werden.
Die Behörden appellieren an alle Wintersportler, die Warnungen ernst zu nehmen und sich strikt an gesicherte Pisten und Routen zu halten. Gerade abseits der markierten Bereiche ist die Gefahr derzeit besonders hoch. Wer Touren plant, sollte sich vorab über den aktuellen Lawinenlagebericht informieren und im Zweifel auf Unternehmungen im freien Gelände verzichten