Was als Hoffnung begann, endete tragisch: Domenico, der nicht einmal zweieinhalb Jahre alt wurde, ist am Samstag auf der Intensivstation im Monaldi-Krankenhaus in Neapel gestorben. Wie die Klinik bekanntgab, verschlechterte sich sein Zustand plötzlich und unumkehrbar. Seine Mama, Patrizia Mercolino, verabschiedete sich unter Tränen: "Mein Sohn ist jetzt ein Engelchen." Sie verlangt nun Aufklärung, was bei der Behandlung schiefgelaufen ist. Laut "20 Minuten" hatte der Bub schon ein Spenderherz in Aussicht, doch beim Transport passierte ein schwerer Fehler.
Der Fall sorgt seit Wochen für große Betroffenheit – nicht nur in Italien. Domenico kam 2023 mit einem schweren Herzfehler zur Welt. Kurz vor Weihnachten gab es endlich ein passendes Spenderherz. Doch das Organ wurde beim Transport falsch gekühlt und schwer beschädigt. Ein Ärzteteam entschied am Mittwoch, dass eine weitere Transplantation für Domenico keinen Sinn mehr habe, da auch andere Organe, wie die Nieren, bereits versagten.
Am Samstag gegen 9.20 Uhr starb Domenico im Krankenhaus. Seine Mutter war die ganze Zeit bei ihm. Sein Zustand hatte sich davor dramatisch verschlechtert. Der Erzbischof von Neapel, Domenico Battaglia, spendete ihm noch die Krankensalbung – die sogenannte Letzte Ölung. Die Familie ist tief gläubig. Domenicos Leichnam wird jetzt obduziert. Die Ärzte drückten der Familie "in diesem Moment unermesslichen Schmerzes Respekt und aufrichtige Anteilnahme" aus.
Beim Verlassen des Spitals erzählte die Mutter von den letzten Minuten: "Ich bin bis zum Schluss geblieben, bis die Maschine abgeschaltet werden musste – und dann war alles vorbei." Sie will nun eine Stiftung im Namen ihres Sohnes gründen, "damit Domenico nicht vergessen wird und um anderen Kindern zu helfen".
Fast zwei Monate lag Domenico zuletzt im Krankenhaus, die meiste Zeit davon im Koma. Er war an eine ECMO-Maschine angeschlossen, die als künstliche Lunge und Herz funktioniert. Die Hoffnung auf ein weiteres Spenderherz erfüllte sich nicht. Das Ärzteteam kam schließlich zum Schluss, dass eine erneute Operation keinen Sinn mehr mache. Domenicos Name wurde daraufhin von der Warteliste für Spenderherzen gestrichen.
Für zusätzliche Empörung sorgte, dass die Eltern laut eigenen Angaben wochenlang nicht wussten, warum die Transplantation gescheitert war. Die Mutter erfuhr erst aus der Zeitung, was passiert war. Nach der Entscheidung der Ärzte, nicht mehr zu operieren, sagte sie: "Ich bin wirklich am Boden zerstört. Was meinem Kind passiert ist, darf sich nie wiederholen."