Spenderorgan "erfroren"

Schock vor OP: Herz für Buben (2) falsch transportiert

Ein zweijähriger Bub wartete in Neapel auf ein Spenderherz. Doch beim Transport wurde das Organ zerstört. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Newsdesk Heute
09.02.2026, 18:21
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Für die Eltern eines zweijährigen Buben aus Neapel schien sich nach langer Zeit endlich ein Hoffnungsschimmer aufzutun. Ihr Kind leidet seit der Geburt an einem schweren Herzfehler, ein Spenderorgan sollte ihm die Chance auf ein weitgehend normales Leben geben.

Doch kurz vor der geplanten Transplantation kam es zu einem dramatischen Rückschlag: Das Spenderherz wurde falsch transportiert und dabei irreparabel beschädigt.

Spenderherz "erfroren"

Nach langem Warten war für den kleinen Patienten endlich ein passendes Organ gefunden worden – das Herz eines vierjährigen Jungen, der in einem Schwimmbad in Südtirol ertrunken war. Organgröße und Blutgruppe hätten übereingestimmt. Im Spital in Neapel war laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa bereits alles für die Operation vorbereitet.

Doch beim Öffnen der Transportbox machten die Ärzte eine schockierende Entdeckung: Das Herz war während des mehr als 800 Kilometer langen Transports von Bozen nach Süditalien in Trockeneis gelagert worden. Das Kohlenstoffdioxid hatte eine Temperatur von etwa minus 80 Grad – das Organ war dadurch "buchstäblich erfroren", wie es heißt.

Für einen korrekten Transport hätte das Herz bei 4 bis 8 Grad gekühlt werden müssen. Üblicherweise wird es dafür in einem Beutel mit steriler Konservierungslösung aufbewahrt und außen nur mit normalem Eis, etwa Eiswürfeln oder Crushed Ice, gekühlt.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Wer für den folgenschweren Fehler verantwortlich ist, sollen nun die Staatsanwaltschaften der beiden beteiligten Städte klären. Ermittlungen laufen bereits.

Das Spital in Bozen erklärte, man sei lediglich für die Entnahme des Organs zuständig gewesen, während Neapel für die "adäquate Konservierung" verantwortlich gewesen sei.

Eltern verzweifelt

Der zweijährige Bub liegt weiterhin im Spital. Seine Eltern seien nach dem Scheitern der Transplantation verzweifelt – und müssen nun erneut auf ein weiteres Spenderherz hoffen.

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