Reisen in die USA könnten für viele Österreicher schon ab kommender Woche deutlich komplizierter werden. Die US-Regierung hat die Einreisebestimmungen deutlich verschärft und die Anforderungen für die elektronische Reisegenehmigung (ESTA) ausgeweitet.
Die neuen Regelungen sollen schon ab Montag gelten und betrifft Touristen und Geschäftsreisende aus mehr als 40 Ländern, darunter auch aus Österreich. Die neuen Vorgaben sorgen bereits im Vorfeld für Verunsicherung und stoßen vor allem aus datenschutzrechtlicher Sicht auf Kritik.
Künftig sollen Reisende umfassende Angaben zu ihren Online-Aktivitäten machen. Vorgesehen ist, dass Touristen "ihre sozialen Medien der vergangenen fünf Jahre vorzulegen" haben. Gemeint sind Nutzerkonten auf Plattformen wie X, Facebook oder Instagram, wie sie bislang vor allem bei Visa-Anträgen abgefragt wurden.
Darüber hinaus verlangen die US-Behörden künftig deutlich mehr persönliche Informationen. Reisende müssen sämtliche Telefonnummern der vergangenen fünf Jahre sowie alle E-Mail-Adressen der letzten zehn Jahre angeben. Zusätzlich werden detaillierte Daten zu Familienangehörigen abgefragt, darunter Geburtsdaten, Wohnadressen und Telefonnummern.
Die Angaben sind im Zuge der Beantragung der ESTA zu machen. Mit dieser Genehmigung können Österreicher im Rahmen des "Visa Waiver"-Programms bis zu 90 Tage ohne Visum in die USA einreisen. Voraussetzung ist ein elektronischer Reisepass, der während des gesamten Aufenthalts gültig ist.
Die ESTA-Genehmigung gilt nach Ausstellung zwei Jahre lang und erlaubt mehrere Einreisen. US-Behörden empfehlen, den Antrag spätestens 72 Stunden vor Reiseantritt zu stellen.
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump rechtfertigt die verschärften Vorgaben mit Sicherheitsbedenken. Ziel sei der Schutz der Vereinigten Staaten "vor ausländischen Terroristen und anderen Bedrohungen der nationalen Sicherheit". In diesem Zusammenhang wurden bereits zuvor die Visa-Bestimmungen für Studierende und Fachkräfte verschärft.
In Kraft treten könnte die neue Regelung bereits am Montag. In der Anordnung vom 10. Dezember ist eine 60-tägige Einspruchsfrist vorgesehen, die am Sonntag endet. Sollte es bis dahin keine juristische Anfechtung geben, gilt die Neuregelung automatisch.
Zusätzlich ist der ESTA-Antrag zuletzt deutlich teurer geworden. Die Registrierung kostet 40 Dollar (fast 34 Euro) statt zuvor 21 Dollar. Besonders Familien seien davon betroffen, da auch Minderjährige den vollen Betrag zahlen müssen.