Erste Bilanz liegt vor

EU-Grenzsystem greift – Tausende Einreisen gestoppt

Kein Stempel mehr, dafür Fingerabdruck und Gesichtsscan: Mit dem neuen Einreise-/Ausreisesystem verschärft die EU ihre Grenzkontrollen.
Newsdesk Heute
18.01.2026, 14:00
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Seit Herbst kontrolliert die EU ihre Außengrenzen mit einem neuen digitalen System – mit messbaren Ergebnissen. Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) ist Teil der Reform der europäischen Asyl- und Migrationspolitik und soll den Schengen-Raum besser schützen. Erste Zahlen zeigen nun deutliche Effekte.

Ein- und Ausreise erstmals lückenlos erfasst

Das System wird seit dem 12. Oktober 2025 schrittweise in allen Mitgliedstaaten ausgerollt. Es erfasst sämtliche Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Bürgern und ersetzt das bisherige Abstempeln von Pässen. Stattdessen werden Identitäten über Gesichtsbilder und Fingerabdrücke überprüft, um Betrug, Mehrfachidentitäten und illegale Aufenthalte zu verhindern.

Ein wesentlicher Vorteil: Anders als in Ländern wie den USA oder Kanada speichert das EES sowohl Ein- als auch Ausreisedaten. Dadurch lässt sich leichter feststellen, wer sein Aufenthaltsrecht überschreitet. Das gemeinsame Grenzmanagement der EU wird damit deutlich gestärkt.

20 Millionen Grenzübertritte registriert

Der Start verlief laut EU schneller als geplant. Bereits Mitte November überschritten viele Mitgliedstaaten die Marke von 35 Prozent biometrischer Datenerfassung – deutlich vor der Frist am 10. Jänner.

In den ersten drei Monaten wurden rund 20 Millionen Ein- und Ausreisen registriert. Gleichzeitig kam es zu fast 10.000 Einreiseverweigerungen, wodurch ebenso viele illegale Grenzübertritte verhindert wurden.

Auch bei der Aufdeckung von Identitätsbetrug zeigt das System Wirkung. An einem deutschen Flughafen wurde etwa ein Mann mit britischen Flüchtlingspapieren enttarnt, der sich fälschlich als Eritreer ausgab. In einem weiteren Fall wurden zwei irakische Staatsangehörige gestoppt, die mit gefälschten Dokumenten als Iraner einreisen wollten.

Vollbetrieb ab April 2026

Bis zur vollständigen Inbetriebnahme am 10. April 2026 soll das EES weiter optimiert werden.

EU-Innenkommissar Magnus Brunner betont die Bedeutung des Systems: "Das Einreise-/Ausreisesystem ist das digitale Rückgrat der europäischen Asyl- und Migrationsreform. Mit diesem System wissen wir, wer in die EU einreist und sie wieder verlässt – wann und wo. Es revolutioniert die Art und Weise, wie die Mitgliedstaaten und ihre Grenzschutzbehörden unsere gemeinsamen Grenzen schützen. Damit wird die Sicherheit des Schengen-Raums erheblich gestärkt."

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.01.2026, 14:00
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