Erste konsolidierte Zahlen von Frontex zeigen, dass die Aufgriffe illegaler Grenzübertritte an den Außengrenzen der EU im Jahr 2025 um mehr als ein Viertel (26 %) auf nahezu 178.000 gesunken sind. Das entspricht weniger als der Hälfte des im Jahr 2023 verzeichneten Gesamtwerts und ist der niedrigste Stand seit 2021, heißt es am Donnerstag aus dem Büro von Migrationskommissar Magnus Brunner.
Dieser Rückgang stelle eine "bedeutende Entwicklung" dar und sei ein "positives Signal", so der ÖVP-Politiker: "Das bedeutet, dass weniger Menschen geschleust werden, weniger Menschen Missbrauch erleiden und weniger Leben in Gefahr geraten."
Er sieht sich in seinen diplomatischen Bemühungen bestätigt: "Diese Ergebnisse zeigen, dass unsere Migrationsdiplomatie wirkt. Angesichts einer äußerst instabilen globalen Lage bleiben wir wachsam und werden unsere Arbeit konsequent fortsetzen."
Frontex warnt davor, dass die Lage an den europäischen Außengrenzen weiterhin unsicher bleibt. Migrationsdruck könne sich rasch zwischen Routen verlagern und werde durch Konflikte, Instabilität und Schleuser-Netzwerke beeinflusst. Zudem würden feindlich gesinnte Mächte Migrationsbewegungen gezielt ausnutzen, um Druck auf die Außengrenzen der EU auszuüben.
2026 sei ein "entscheidendes Jahr für das europäische Grenzmanagement", heißt es. Der EU-Pakt zu Migration und Asyl wird Mitte 2026 vollständig anwendbar und stellt die umfassendste Reform des europäischen Migrations- und Asylsystems dar.
Parallel dazu treten bedeutende Änderungen im Grenzmanagement in Kraft, darunter die vollständige Einführung des Einreise-/Ausreisesystems (EES) sowie der geplante Start des Reisegenehmigungssystems ETIAS im Laufe des Jahres.
Sofern es in der unmittelbaren Nachbarschaft der EU zu keiner größeren geopolitischen Eskalation komme, könnte demnach die illegale Migration nach Europa über Land- und Seegrenzen den seit 2023 beobachteten Abwärtstrend fortsetzen.
Voraussetzung hierfür sind eine nachhaltige Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitländern sowie die Fähigkeit Europas, auf plötzliche Veränderungen vorbereitet zu bleiben.