Was als spektakulärer Krypto-Raub geplant war, endete für drei Teenager aus Sheffield im Gefängnis. Die Täter im Alter von 17 und 18 Jahren gaben sich im Londoner Stadtteil Hoxton als Amazon-Lieferfahrer aus, um Zugang zur Wohnung ihres Opfers zu bekommen.
Kaum öffnete der Mann die Tür, eskalierte die Situation. Die Burschen zückten Messer, bedrohten den Bewohner und zwangen ihn, am Laptop Kryptowährung im Wert von umgerechnet 3,7 Millionen Euro zu übertragen. Danach stahlen sie auch noch seinen BMW X3 und flüchteten auf der M1 Richtung Northamptonshire.
Doch statt unterzutauchen, begingen die Räuber ihren größten Fehler. Während der Flucht filmten sie sich selbst im gestohlenen Auto und luden das Video auf Snapchat hoch. In dem Clip posieren sie lachend mit E-Zigaretten, prahlen mit dem Coup: "Neues Auto, yeah!", sagte einer; "Das geht an alle, die an uns gezweifelt haben!" ein anderer; Bis im Rückspiegel plötzlich ein Polizeiauto auftaucht und Panik ausbricht: "Sie sind hinter uns her! Sie sind hinter uns her!". Kurz danach stoppten die Beamten den Wagen.
Die Polizei war da bereits alarmiert. Das gestohlene Auto wurde von automatischen Kennzeichen-Kameras erfasst, eine Verfolgungsjagd begann. Auf der M6 in Warwickshire raste der Wagen zeitweise mit rund 160 km/h, bevor die Polizisten das Fahrzeug stoppten und alle drei festnahmen.
Vor Gericht folgte Monate später die Abrechnung. Am 7. November verurteilte der Sheffield Crown Court die drei Angeklagten zu insgesamt 16 Jahren Jugendhaft. Das Videomaterial der Tat – die Türklingelkamera des Opfers, das besagte Snapchat-Video sowie Aufnahmen eines Polizeihubschraubers – wurde allerdings erst jetzt veröffentlicht.
Ein inzwischen 18-jähriger Täter erhielt 67 Monate Haft, nachdem er sich unter anderem wegen gefährlichen Fahrens, schweren Einbruchdiebstahls, Übertragung von kriminellem Eigentum, Autodiebstahls sowie Fahrens ohne Führerschein und Versicherung schuldig bekannt hatte.
Ein weiterer 18-Jähriger wurde zu 46 Monaten Haft verurteilt. Er bekannte sich schuldig wegen schweren Einbruchdiebstahls, Autodiebstahls und des Besitzes eines Messers.
Der 17-jährige Komplize fasste mit 80 Monaten Haft die höchste Strafe aus. Er gestand schweren Einbruch, Besitz von Diebesgut und Autodiebstahl.
Immerhin ein positives Ende gab es für das Opfer: Die gestohlene Kryptowährung wurde innerhalb von 72 Stunden sichergestellt und ihm zwei Wochen später vollständig zurückgegeben.