"Morgen gibt's Pinguin"

Mahlzeit! Uni-Mensa in Bayern serviert Känguru-Fleisch

Känguru statt Schweinsbraten: In einer Uni-Mensa in Bayern landete plötzlich exotisches Fleisch am Teller – und war schneller weg als gedacht.
Nick Wolfinger
09.02.2026, 12:30
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Damit haben viele nicht gerechnet: In der Mensa am Langemarckplatz der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg stand in der Vorwoche plötzlich Känguru-Chili mit Basmatireis auf dem Speiseplan. Das ungewöhnliche Gericht sorgte rasch für Gesprächsstoff unter den Studenten.

Die Reaktionen fielen gemischt aus. "Kann Känguru sehr empfehlen, schmeckt sehr gut", schrieb jemand in einem Thread des Online-Forums Reddit. Gleich darunter die gegenteilige Meinung: "Kängurufleisch schmeckt ekelhaft." Ein weiterer User scherzte: "Morgen gibt's Pinguin". Und noch jemand: "Marc-Uwe Kling (Autor der humoristischen "Känguru-Chroniken", Anm.) gefällt das nicht".

Alle Portionen verkauft

Trotz der Diskussionen war das Interesse groß. Alle rund 400 Portionen wurden restlos verkauft, heißt es von der Mensa auf Anfrage der Münchner Zeitung "Merkur". Der Preis blieb dabei "typisch Mensa": 3,79 Euro für Studenten, 4,99 Euro für Angestellte und für Gäste 7,58 Euro. Wer kosten wollte, musste schnell sein.

Nicht das erste Mal

Die Aufregung relativierte sich jedoch rasch. Laut Uni handelte es sich nicht um eine PR-Aktion, sondern um ein spontanes Aktionsgericht. "Tatsächlich war die Aktion dem Umstand zu verdanken, dass uns das Fleisch spontan von einem Großhändler angeboten wurde, dem ein anderer Kunde die Bestellung storniert hatte. Hätten wir es nicht genommen, wäre das Fleisch höchstwahrscheinlich entsorgt worden", heißt es von der Kommunikationsabteilung der Studierendenunion FAU, die die Mensa betreibt.

Zudem ist das Gericht kein völliges Novum: Känguru-Fleisch steht dort seit rund 25 Jahren ab und zu auf dem Speiseplan, meist verarbeitet als Chili oder Eintopf. Für die Küche ist es ein normales Wildprodukt, für viele Studenten aber trotzdem ungewohnt.

Kängurus geschützt, aber ...

Viele fragten sich auch, ob man Känguru überhaupt essen darf. Die Antwort lautet: ja, aber streng geregelt. Kängurus gelten in Australien als geschützte Wildtiere und dürfen nicht frei gejagt werden. Der Abschuss ist nur im Rahmen staatlich festgelegter Quoten erlaubt und ausschließlich durch lizenzierte Jäger. Das Fleisch stammt aus kontrollierter Wildentnahme und darf legal exportiert werden. Illegale Jagd oder unkontrollierter Handel sind verboten.

Schätzt man die Gesamtpopulation, dann gibt es zig Millionen dieser Beuteltiere auf dem Kontinent, je nach Quelle zwischen etwa 40 und 50 Millionen Tiere. Zum Vergleich: Die menschliche Bevölkerung Australiens liegt bei rund 26 Millionen, in manchen Regionen übersteigen Känguru-Zahlen sogar die der Menschen.

Selbst wenn die Uni in Erlangen nun täglich 400 Portionen Känguru-Chili anbieten würde, würde sich das nicht spürbar auf die Bestände in Australien auswirken.

{title && {title} } NW, {title && {title} } Akt. 09.02.2026, 13:10, 09.02.2026, 12:30
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