Es war ein Prozess im Scheinwerferlicht. Die Augen der Öffentlichkeit richten sich auf Luca K.: Der Angeklagte ist ein Bekannter von Beran A., der im August 2024 ein Attentat beim Konzert von Taylor Swift geplant haben soll. Luca K., ein 18-jähriger Niederösterreicher aus Ternitz, wurde zuvor erstinstanzlich wegen terroristischer Vereinigung und der kriminellen Organisation verurteilt und sitzt derzeit in Wiener Neustadt in sogenannter Zwischenhaft.
Am Freitag ging es um den "Bandenkrieg in Meidling". Insgesamt gibt es 24 Angeklagte, wegen der hohen Anzahl wird in Tranchen verhandelt. Am Donnerstag gab es die ersten Verurteilungen, am Freitag standen weitere acht junge Männer (18 bis 20 Jahre alt) vor der Richterin.
Luca K. wurde kurz vor 9 Uhr früh in Handschellen in den Gerichtssaal eskortiert. Auf den Lippen hatte er ein Lächeln – zumindest für die Fotografen. Er beschrieb den Tag der Tat: Man habe sich mit anderen zum Mittagessen getroffen, dann zogen die jungen Männer in eine Moschee. Sie beteten vor dem Angriff.
Die Attacke war laut den Schilderungen minutiös geplant. Der Erstangeklagte, Abu D. – bekannt als "der Stellvertreter" –, organisierte die Attacke über eine Telegram-Gruppe. Vor Ort in Meidling teilte er die überwiegend in Schwarz gekleideten und teils vermummten Jugendlichen und junge Männer in (Schläger-)Gruppen ein.
Schon bald hörte der 18-Jährige den Schrei eines Opfers, er hatte sein Handy in der Hand und bekam die Anordnung, mitzufilmen. Der Beschuldigte: "Weil ich so naiv war, habe ich ein Video aufgenommen, statt dem Opfer zu helfen. Heute sehe ich das als Fehler." Danach sei er weggelaufen: "Ich war so unter Adrenalin."
Vor Gericht bekennt sich Luca K. schuldig und zeigt sich reuig: "Das war alles ein Fehler, das sehe ich ein. Heute würde ich das nicht mehr machen", sagt er. Seit August 2024 befindet sich der 18-Jährige in Wr. Neustadt im Gefängnis, sitzt eine 28-monatige Haftstrafe ab.
Am frühen Nachmittag fielen die Urteile: Luca K. bekommt eine Zusatzstrafe von sechs Monaten unbedingt. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.
Von den fünf weiteren ebenfalls nicht rechtskräftig Verurteilten erhielten drei (sie sind 20 Jahre alt) jeweils zwei Jahre bedingt, so der ORF. Ein 18-Jähriger bekam sechs Monate bedingt. Die vier hatten einen psychischen Tatbeitrag geleistet, indem sie sich in die Gruppe einordneten, die gegen die Opfer mit Gewalt vorging.
Ein weiterer 18-Jähriger erhielt 15 Monate Haft, davon drei Monate unbedingt. Er hatte ein Opfer mit Faustschlägen und einem Fußtritt traktiert, nachdem ihn ein älterer Tschetschene dazu aufgefordert hatte, wie er dem Gericht darlegte: "Als Tschetschene habe ich einfach ihm gehorcht. Das gehört sich so in unserer Kultur."
Nächste Woche wird weiterverhandelt – diesmal gegen die angeblich brutalsten Schläger.