Ein aufmerksames Auge einer Passantin hat einem seltenen Vogel das Leben gerettet. Der Kormoran, der in Österreich kaum zu sehen ist, saß schon mehrere Tage mitten in der Traun auf einem Stein fest und kam alleine nicht mehr weg. Die Tierhilfe Bad Ischl (Salzburg) wurde benachrichtigt und alarmierte die Feuerwehr Bad Goisern (OÖ) zur Hilfe.
Der Kormoran ist zwar fast auf der ganzen Welt zu finden, doch in Österreich ist er ein seltener Brutvogel der hauptsächlich als Wintergast bei uns anzutreffen ist. Er ernährt sich überwiegend von Fisch, den er tauchend erlegt.
Nahe der Goisererbrücke stiegen die Florianis mit einer Leiter ins eiskalte Wasser. Sie näherten sich langsam und sehr vorsichtig dem scheuen Vogel, so schildert es die Feuerwehr am Mittwoch in einer Aussendung. "Was dann begann, ähnelte eher einem 'Katz-und-Maus-Spiel' und forderte uns mehr als eine Stunde", erzählt Kommandant Claus Ebner. Der Kormoran, offenbar am Flügel verletzt, sprang ins Wasser, schwamm davon, tauchte unter und tauchte an ganz anderer Stelle wieder auf. Die Strömung und die unterschiedlichen Wassertiefen machten den Einsatzkräften das Leben zusätzlich schwer.
Mit viel Geduld gelang es schließlich, den Vogel mit einem Netz einzufangen. Möglichst sanft wurde der verletzte Kormoran über die Leiter ans Ufer gebracht und dann in eine spezielle Transportbox gelegt. Eine freiwillige Helferin der Tierhilfe Bad Ischl nahm das Tier entgegen, fütterte es mit Fisch und brachte es zur Untersuchung zu einem Tierarzt.