"Ich habe ihn nie getroffen", sagt Hillary Clinton unmissverständlich im Interview, das am Montag in Berlin aufgezeichnet wurde und am Mittwoch um 22.50 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird. Eine flüchtige Begegnung schließt sie zwar nicht kategorisch aus, erinnert sich aber nicht daran: "Jemand sagte, ich hätte ihm einmal bei einem Empfang die Hand geschüttelt, aber daran kann ich mich nicht erinnern."
Auch Bill Clinton nimmt sie in Schutz. Der frühere US-Präsident war wegen seiner früheren Kontakte zu Epstein immer wieder in den Schlagzeilen. Hillary Clinton erklärt: "Mein Mann hat ihn nur getroffen, weil er ein Flugzeug zur Verfügung gestellt hat, um Wohltätigkeitsprojekte zu besuchen, die Bill im Zusammenhang mit HIV/Aids durchgeführt hat. Das Angebot mit dem Flugzeug endete Jahre, bevor Epstein verurteilt wurde."
Ende Februar sollen Hillary und Bill Clinton vor einem US-Kongressausschuss zu den sogenannten Epstein-Files aussagen. Hillary zeigt sich selbstbewusst: "Wir haben nichts zu verbergen, wir haben gesagt, dass wir öffentlich aussagen werden. Das würden wir sogar vorziehen. Wir wollen Transparenz. Sonnenlicht ist das beste Desinfektionsmittel."
Darüber hinaus kritisiert sie Donald Trump (79) scharf: Der amtierende US-Präsident und sein Team hätten die Aufklärung im Epstein-Fall gezielt blockiert. Ein "bewusster Versuch, Trump zu schützen", so Clinton. "Die Art und Weise, wie diese Regierung versucht hat, diese Akten zu verbergen, sich über das Gesetz hinwegzusetzen, lässt mich vermuten, dass sie etwas zu verbergen hat."
Bereits zuvor hatte sie im "Spiegel" betont, dass allein eine Erwähnung von Bill Clinton in den Epstein-Akten keine Rückschlüsse zulässt. Gemeinsame Fotos oder Flugdaten belegten keine Nähe zu Epstein: "Er stand ihm nicht nahe." Fakt bleibt allerdings, dass Bill Clinton mehrfach mit Epsteins Privatjet reiste. 2002 wurde er zudem fotografiert, wie Chauntae Davies, damals 22 Jahre alt und später eine zentrale Epstein-Anklägerin, ihm den Nacken massierte. Bill Clinton bestreitet jedoch jede Kenntnis von Epsteins Taten und verweist auf lediglich vier angebliche "Stiftungsreisen".