Am Dienstagmittag zog Xavier Naidoo gemeinsam mit mehreren Personen in Richtung Kanzleramt. Als er das Gebäude erreichen wollte, verschloss der Portier die Tür. Durch einen Zaun rief Naidoo: "Wir wollen Merz sprechen." Da der Kanzler nicht anwesend war, forderte der Sänger, "dann holen sie seine Vertretung, irgendjemanden". Diesem Wunsch konnte nicht entsprochen werden.
Kurze Zeit später stellte sich die Polizei vor Naidoo. Auf die Frage, wohin er gehen müsse, um Antworten auf seine Anliegen zu bekommen, antwortete ein Beamter: "Das kann ich Ihnen nicht sagen." Als der Sänger ankündigte, "mal zur Tür zu gehen und anzuklingeln", griff ein zweiter Beamter ein: "Was haben Sie denn vor?" Naidoo reagierte trocken: "Kann ich da nicht einfach mal klingeln?" Der Polizist verwehrte dies. Schließlich erklärte Naidoo: "Dann müssen Sie wem ausrichten, dass wir gerne mit dem Kanzler sprechen wollen."
Die Polizei teilte mit, dass die Versammlung aufgelöst werden müsse, und schlug vor, dass Naidoo seine Fragen schriftlich einreiche. Daraufhin verließ der Sänger den Ort, zog jedoch weiterhin mit der Menge in Richtung Bahnhof. Dabei machte er deutlich: Er werde nicht aufhören zu fragen und sei bereit, geduldig auf Antworten zu warten.
Bereits zuvor hatte Naidoo bei der Kundgebung kontroverse Äußerungen zu den Epstein-Files gemacht, in denen er Politiker und Prominente als "Kinderfresser" und "Dämonen" bezeichnete. Der Sänger ist für das Verbreiten von Verschwörungserzählungen bekannt und hatte in der Vergangenheit mehrfach behauptet, Deutschland sei "immer noch ein besetztes Land". Trotz der polizeilichen Hindernisse blieb Naidoo bei seiner Haltung, für seine Anliegen Gehör finden zu wollen.