Die Palliativstation eines Spitals kontaktierte die Helfer aus Wels: Es ging um eine 69-Jährige, die täglich mit ihrer Krankheit kämpft und deren Kräfte zusehends schwinden. Der sehnlichste Wunsch der arg angeschlagenen Frau: mit ihren Liebsten orthodoxes Weihnachten zelebrieren.
Die Wunscherfüller waren rasch einsatzbereit und holten Milomirka vom Krankenhaus ab. Das schwere Leiden hat deutliche Spuren hinterlassen, und doch lag ein Lächeln auf dem Gesicht der Betroffenen. Sie freute sich, dass ihr Traum wahr wurde.
Bei eisiger Kälte und winterlichen Fahrverhältnissen ging es ins Zuhause der Patientin. In der Wohnung warteten schon die Angehörigen. Die Enkerl schlossen ihre Oma in die Arme.
Auch die freiwilligen Mitarbeiter des Vereins nahm die Familie herzlich auf. Beim gemeinsamen Essen wurde viel gelacht. Es gab endlich Szenen voller Wärme, Nähe und Normalität – unter diesen Umständen besonders kostbar.
Die Krankheit war dennoch präsent: Die Schmerzen nahmen zu, die Erschöpfung ebenfalls. Milomirka blieb aber tapfer. Sie wollte jeden Augenblick auskosten, noch einmal mit ihren Verwandten zusammen sein, ganz wie früher.
Die Vertreter der Organisation waren stets an ihrer Seite, irgendwann wurde es der Frau aber zu viel. Man beschloss, den Ausflug behutsam zu beenden. Tränen wurden vergossen, Küsse ausgetauscht. Alle wussten, dass es das letzte Mal gemeinsam daheim war.
Sanft machte sich die Gruppe im Spezialvan auf den Weg zurück, die Patienten schlief auf der Fahrt ein. "Momente wie diese zeigen uns immer wieder, wie wertvoll kleine Wünsche sein können und wie viel Menschlichkeit, Liebe und Würde in ihrer Erfüllung liegt", so die Unterstützer.
Wer den Verein unterstützen möchte, findet alle Infos auf rollende-engel.at.