Teurer Arztbesuch

Preis-Sprung! Wahlarzt kostet jetzt meist 150 Euro

Neue Studie zeigt: Wer zum Wahlarzt geht, zahlt im Schnitt 187 Euro. Vor allem MRTs und Fachärzte treiben die Kosten massiv nach oben.
Michael Pollak
10.02.2026, 09:38
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Der schnelle Termin beim Wahlarzt wird immer mehr zur Geldfrage. Eine neue Kosten-Studie von krankenversichern.at zeigt jetzt schwarz auf weiß: Bei Wahl-Fachärzten haben sich 150 Euro als faktische Preis-Untergrenze etabliert. Grundlage der Analyse sind 1.590 Datensätze aus ganz Österreich.

Im Schnitt kostet ein erster Besuch – eine "Erstordination" – mittlerweile 187 Euro. Besonders teuer ist die apparative Medizin. Spitzenreiter ist das MRT mit durchschnittlich 268 Euro pro Termin. Auch beratungsintensive Fächer liegen klar über der 200-Euro-Marke. Für einen Termin beim Urologen werden im Schnitt 237 Euro fällig, bei der Kardiologie 211 Euro.

Doch selbst klassische Standard-Fächer sind längst keine Schnäppchen mehr. In der Gynäkologie liegen die Durchschnittskosten bei 202 Euro, in der Inneren Medizin bei 181 Euro. Damit entfernen sich die Preise immer weiter von den Kassen-Rückerstattungssätzen.

Wie stark das ins Geld geht, zeigt ein typischer Vorsorge-Alltag: Muttermalkontrolle um 149 Euro, Augenarzt um 172 Euro und ein sportmedizinischer Orthopädie-Termin um 178 Euro. Macht fast 500 Euro im Jahr. Kommt noch ein MRT dazu, klettert die Summe auf über 760 Euro.

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Die Studie sieht hier einen klaren Wendepunkt. Wer vier bis fünf Mal pro Jahr einen Arzt braucht, fährt oft günstiger mit einer privaten Krankenversicherung als ein Selbstzahler. Tarife starten laut Analyse bei rund 70 Euro im Monat.

"Luxusgut"

Sebastian Arthofer, Chef von krankenversichern.at, sagt dazu: "Angesichts der Wartezeiten wandelt sich die private Krankenversicherung vom Luxusgut zur notwendigen Infrastruktur. Mit Tarifen ab ca. 70 Euro (für 30-Jährige) ist der Schutz oft günstiger als die Summe der Einzelhonorare, die Patienten sonst selbst tragen müssten."

Als Haupttreiber für die hohen Preise nennt die Analyse zwei Faktoren. Zum einen die Zeit: Während Kassenärzte oft nur wenige Minuten pro Patient haben, dauern Wahlarzt-Termine häufig 30 bis 60 Minuten. Zum anderen die Technik: MRT- und CT-Geräte verursachen enorme Kosten, die ohne Kassenvertrag privat finanziert werden müssen.

Arthofer: "Die ökonomische Realität zeigt: Der schnellere Zugang zur Medizin ist untrennbar mit einer finanziellen Hürde verknüpft. Wer die langen Wartezeiten der Kasse umgehen möchte, sieht sich nun mit einer faktischen Preisuntergrenze von 150 Euro konfrontiert."

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