Der verurteilte Sexualstraftäter R. Kelly kommt hinter Gittern nicht zur Ruhe. Der Sänger („I Believe I Can Fly“), der wegen Erpressung, Sexhandels und des Missbrauchs Minderjähriger eine jahrzehntelange Haftstrafe in der Federal Correctional Institution (FCI) Butner im US-Bundesstaat North Carolina absitzt, steht erneut im Fokus der Gefängnisbehörden.
Der Grund: In einem Notizbuch des R&B-Stars wurde eine private Telefonnummer gefunden – und die soll ausgerechnet einem inzwischen pensionierten Gefängnisdirektor gehören. Wie das US-Portal "TMZ" berichtet, prüfen die Behörden derzeit, wie Kelly an diese Nummer gekommen ist und ob es dabei zu einem unzulässigen Kontakt zwischen Häftling und Gefängnispersonal kam.
Die Konsequenzen folgten prompt: R. Kelly wurde vorübergehend in die Special Housing Unit (SHU) verlegt – also in Einzelhaft. Dort werden Insassen isoliert untergebracht, wenn Ermittlungen laufen oder Sicherheitsbedenken bestehen.
Kellys Anwalt Beau Brindley (48) versucht zu beschwichtigen. Demnach habe sich sein Mandant an einem Mentorenprogramm für andere Häftlinge beteiligt, das von eben jenem Gefängnisdirektor geleitet worden sei. Vor dessen Pensionierung habe der Beamte Kelly angeblich seine private Nummer überlassen, um bei Fragen zum Programm erreichbar zu bleiben.
Aufgeflogen sei die Sache eher zufällig: Laut Verteidigung wurde Kellys Zellengenosse mit einem verbotenen Handy erwischt. Bei der anschließenden Durchsuchung der Zelle stießen die Beamten dann auf Kellys Notizbuch – samt der heiklen Telefonnummer.
Nun ermitteln die Behörden, ob es sich um einen harmlosen Vorgang handelt oder ob tatsächlich ein Regelverstoß vorliegt, der weitere Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Das Federal Bureau of Prisons wollte sich auf Anfrage von "TMZ" aus Datenschutz- und Sicherheitsgründen nicht zu laufenden Untersuchungen äußern.
Für R. Kelly ist es der nächste Rückschlag in einer ohnehin turbulenten Haftzeit. Erst kürzlich sorgte er für Schlagzeilen, als er nach einer Medikamentenüberdosis ins Krankenhaus eingeliefert wurde und behauptete, man wolle ihn töten. Jetzt sitzt er erneut isoliert – und wartet darauf, wie die Behörden diesen ungewöhnlichen Kontakt bewerten.