Die Energiepreise steigen wieder - und mit ihnen die Belastung für Haushalte. Allein in den ersten zehn Tagen des Iran-Kriegs kosteten gestiegene Preise die EU rund 2,5 Milliarden Euro zusätzlich.
Doch es gibt Wege aus der Kostenfalle. Experten sehen die langfristige Lösung im Ausbau erneuerbarer Energie. Länder wie Spanien zeigen bereits, dass mehr heimische Energie die Abhängigkeit von teuren Importen reduziert.
Kurzfristig könnten Regierungen aber sofort handeln, etwa bei den Steuern. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) machen Abgaben im Schnitt rund 28 Prozent der Stromrechnung aus. Viele empfinden das als unfair, weil Strom oft stärker besteuert wird als fossile Brennstoffe.
Ein Beispiel: In Spanien sind Stromsteuern viermal so hoch wie jene auf Erdgas, in Deutschland dreimal so hoch. Gleichzeitig verdienen die fünf großen Ölkonzerne weiterhin Milliarden - allein 2024 sollen es mehr als 88 Milliarden Euro sein.
Ein möglicher Ausweg: Steuern auf Strom senken und stattdessen fossile Energien stärker belasten. Genau das fordern Klimaschutz-Organisationen. Sie argumentieren, dass Gewinnsteuern für Konzerne meist nicht auf Konsumenten abgewälzt werden.
"Kurzfristig können Steuersenkungen für Strom und gezielte Fördermaßnahmen, finanziert durch die Besteuerung der Übergewinne der fossilen Brennstoffindustrie, den Menschen vorübergehend etwas Luft verschaffen", so Seda Orhan vom "Climate Action Network Europe" (CAN).
Einige Länder zeigen bereits, wie es gehen kann. Deutschland senkte Stromkosten, indem eine Abgabe auf erneuerbare Energien aus der Rechnung gestrichen wurde. Dänemark wiederum machte Strom fürs Heizen günstiger - und kurbelte so den Umstieg auf Wärmepumpen an.
Auch Sondersteuern auf Übergewinne könnten helfen. Nach der Energiekrise 2022 brachte eine solche Abgabe in der EU rund 28 Milliarden Euro ein - Geld, das direkt an Haushalte zurückfloss.
Klimaschützer fordern nun, diese Maßnahme dauerhaft einzuführen. So könnten Konsumenten entlastet und gleichzeitig der Ausbau sauberer Energie finanziert werden. Fakt ist: Weniger Steuern auf Strom, mehr Druck auf Ölkonzerne - dann bleibt uns am Monatsende vermutlich mehr Luft zum Atmen.