Steigende Energiepreise bringen immer mehr Menschen in Bedrängnis. Laut EU-Kommission kann sich fast jeder zehnte Bürger das Heizen seiner Wohnung kaum leisten. Gleichzeitig leiden viele im Sommer unter überhitzten Wohnungen, weil sie ihre Räume nicht ausreichend kühlen können. EU-Energiekommissar Dan Jørgensen schlägt nun Alarm.
Mit einem neuen Maßnahmen-Paket (Citizens Energy Package) will die EU gegensteuern. Ziel ist es, Haushalte und kleine Betriebe stärker in die Energiewende einzubinden. Wer selbst Strom produziert - etwa mit Solaranlagen - oder Teil einer Energie-Gemeinschaft ist, soll künftig deutlich geringere Stromkosten haben.
Laut EU könnten Haushalte durch Eigenverbrauch von Solarstrom jährlich 260 bis 550 Euro sparen. In Energie-Gemeinschaften, etwa bei gemeinsamen Photovoltaik-Projekten, sind laut aktueller Berechnungen sogar Einsparungen von bis zu 930 Euro pro Jahr möglich.
Ein weiterer Hebel sind Stromsteuern und Abgaben. Sie machen laut Analyse der EU-Kommission im Schnitt rund 25 Prozent des Strompreises für Haushalte aus. Die Mitgliedstaaten sollen daher stärker dabei unterstützt werden, diese Belastungen zu senken.
Zudem soll der Strommarkt übersichtlicher werden. Verbraucher sollen leichter Anbieter wechseln können und transparentere Preis-Infos erhalten. Flexible Stromverträge sollen zusätzlich helfen, Kosten zu reduzieren und unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden.
Ein besonderer Fokus liege demnach auch auf dem Schutz einkommensschwacher Haushalte. Geplant sind bessere Schutzmaßnahmen gegen Stromabschaltungen sowie langfristige Reformen gegen Energiearmut.
Für die grüne Europa-Abgeordnete Lena Schilling ist das Paket ein wichtiger Schritt: "Bürgerenergie bedeutet mehr Geld für die Menschen, mehr Unabhängigkeit von fossilen Autokraten und ein Stück Fortschritt für eine lebenswerte Zukunft für alle", so Schilling.