"Halbe-Halbe" in allen Feldern

Gleicher Lohn, Frauenquote – Ministerin macht Druck

Zum Frauentag am 8. März prescht SPÖ-Ministerin Eva-Maria Holzleitner mit einer neuen Forderung vor: "Halbe-Halbe in allen Lebensbereichen."
Nicolas Kubrak
05.03.2026, 09:10
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2024 verdienten Frauen in Österreich im Vergleich zu Männern um durchschnittlich 17,6 Prozent weniger. Nur ein Drittel des Gehaltsunterschieds ist mit Faktoren wie Teilzeit, Branche oder Beruf zu erklären. Mit mehr Lohntransparenz will die EU die Schere schließen, bis Juni 2026 muss Österreich eine entsprechende Richtlinie umsetzen.

Neue Kampagne: "Gerecht oder Geschlecht?"

Trotzdem bleiben die strukturellen Unterschiede hoch: Neben dem Pay Gap leisten Frauen fast doppelt so viel unbezahlte Sorgearbeit, sie erhalten zudem im Schnitt rund 40 Prozent weniger Pension.

Mit der Kampagne "Gerecht oder Geschlecht?" stellt das Frauenministerium eine bewusst einfache, aber grundlegende Frage: Ist das gerecht? Oder liegt es am Geschlecht?

Die Kampagne rückt strukturelle Rahmenbedingungen in den Fokus. Sie richtet sich gegen die häufige Individualisierung von Ungleichheit (“persönliche Entscheidung“, “individuelle Prioritäten“) und lenkt den Blick auf gesellschaftliche Strukturen, die ökonomische Unabhängigkeit beeinflussen.

Das soll jetzt kommen

Statt mit moralischem Appell oder Schuldzuweisungen arbeitet die Kampagne mit Kontrastfragen und plakativen Alltagssituationen. Sie lädt dazu ein, vermeintlich unveränderbare Zustände zu hinterfragen. Vier Social-Media-Videos mit der österreichischen Schauspielerin Valerie Huber thematisieren bestehende Ungleichheiten und erklären, wie eine gerechtere Welt aussehen kann.

Die Kampagne des Ministeriums ist eingebettet in konkrete gesetzliche Vorhaben. Geplant sind u.a. die Umsetzung der Lohntransparenz-Richtlinie, ein Unterstützungsfonds für Alleinerzieherinnen, der Ausbau der Gender-Medizin sowie die Weiterentwicklung bzw. Verschärfung des Sexualstrafrechts.

Ministerin: "Halbe-Halbe in allen Lebensbereichen"

Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner kommentiert: "Zum Internationalen Frauentag 2026 stellen wir bewusst die Frage 'Gerecht oder Geschlecht?'. Die Antwort kennen wir meist alle. Aber wir geben auch die Antwort darauf, wie eine gerechtere Welt aussehen kann - nämlich mit Halbe-Halbe in allen Lebensbereichen, gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit oder einer starken Frauenquote. Frauen echte ökonomische Unabhängigkeit zu ermöglichen, ist Priorität für diese Bundesregierung."

{title && {title} } nico, {title && {title} } Akt. 05.03.2026, 09:13, 05.03.2026, 09:10
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