Margit Laufer führte Interview

Kickl plötzlich in der ZIB2 – doch wo war Armin Wolf?

Überraschend saß Herbert Kickl nicht Armin Wolf gegenüber. Nach dem ZIB2-Interview wundern sich viele, wieso der Star-Anchor nicht im Studio war.
Newsdesk Heute
04.03.2026, 20:53
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Armin Wolf würde liebend gerne mit Herbert Kickl sprechen. Doch die "FPÖ [...] verweigert unsere Einladungen nahezu immer", beklagte der österreichweit bekannte ORF-Moderator Mitte Jänner. Kickl selbst habe in den letzten Jahren "mehr als 50 ZiB2-Anfragen" abgelehnt.

So auch bei der großen Interview-Serie mit den Parteivorsitzenden zum Jahreswechsel. Da hatten die Blauen Generalsekretär Christian Hafenecker vorgeschickt. Nach 783 Tagen Abwesenheit traute sich FPÖ-Chef Kickl am Dienstag wieder ins ZIB2-Studio.

Sein Gegenüber wäre an jedem anderen Dienstag Armin Wolf gewesen. Doch der bei der FPÖ bekanntlich wenig beliebte Journalist war abwesend. Stattdessen wurde das Interview von seiner Kollegin Margit Laufer geführt. Jetzt fragen sich viele: Wo war Armin Wolf?

Letzteres ist leicht erklärt. Der 59-Jährige hatte am Montag vergangene Woche (23. Feber) selbst öffentlich gemacht, dass er bis inklusive 3. März auf Urlaub sein werde. Genau jenem Tag des Kickl-Interviews im ORF. Ein Zufall?

"Das macht uns nicht klüger"

Die FPÖ macht jedenfalls schon lange keinen Hehl daraus, dass sie für Armin Wolf persönlich und für den ORF in seiner Gesamtheit keine Sympathien hegt. In den vergangenen Jahren haben die Freiheitlichen deshalb ihr eigenes Parallel-Imperium aus Parteimedien und freundlich gesinnten Portalen hochgezogen.

Durch die vielen neuen Möglichkeiten wird es für Politiker zunehmend einfacher, sich seriösem Journalismus zu entziehen, mahnt der ORF-Moderator in dem Podcast "rede!". Über die neuen Möglichkeiten von Social Media und Co. könnten Politiker ein großes Publikum mit ihrer Propaganda und Wahlreden erreichen – ohne sich kritischen Fragen stellen zu müssen.

Das findet er bedenklich: "Ich finde schon, dass sich demokratisch gewählte Politiker einer öffentlichen Diskussion und auch kritischen Fragen stellen sollen", betont der gebürtige Tiroler. "Wenn sich Politiker nur mehr auf ihren eigenen Parteimedien, oder befreundeten Online-Medien interviewen lassen – im Idealfall von ihren Parteiangestellten oder Pressesprechern – dann kommt keine kritische Frage. Das ist nur noch reine Parteipropaganda und ich glaube, das macht uns nicht klüger."

Ein Paradebeispiel dafür lieferte die FPÖ erst kürzlich selbst: Herbert Kickls großes Interview zum Start des parteieigenen Radiosenders wurde von dessen persönlichen Pressesprecher Volker Höferl geführt.

Debatte "wirklich total versaut"

ORF-Anchor Wolf, eigentlich anfänglich ein glühender Fan Sozialer Netzwerke, ist inzwischen überzeugt, dass diese den politischen Diskurs, die Diskussion und die Art, wie wir über Politik und allgemein miteinander reden, "total kaputt gemacht" haben.

Die Grundidee der Plattformen sei durch die auf möglichst lange Haltedauer ausgerichteten Algorithmen "völlig pervertiert" worden.

"Man ist halt drauf gekommen, dass Leute umso länger darauf bleiben. Je mehr sie Dinge dort sehen, die sie aufregen, die sie empören, über die sie sich extrem erregen können, wo sie dann kommentieren und streiten"; beklagt er.

"Und es hat dazu geführt, dass die Debatte über Politik wirklich total versaut ist. Die schütten sich nur mehr gegenseitig an, beleidigen sich und unterstellen die ärgsten Sachen. Es geht zu, wie am Heumarkt beim Schlamm-Catchen. Und das tut auch der Politik nicht gut."

Wolfs wehmütiges Fazit: "Ich glaube immer noch, dass Social Media fantastische Sachen kann. Ich glaube aber, dass die Nachteile viel größer sind. In Summe hat Social Media die Welt nicht besser gemacht. Leider."

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.03.2026, 20:53
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