In den Regalen der Drogerien taucht ein Inhaltsstoff wieder verstärkt auf, der lange aus dem Rampenlicht verschwunden war: Bienengift. Während Retinol, Peptide und Säuren seit Jahren die Hauptrollen in der Beauty-Welt spielen, drängt sich dieser ungewöhnliche Wirkstoff erneut nach vorn.
Bienengift wirkt zwar gefährlich, besteht aber zu 88 Prozent aus Wasser. Der Rest ist ein hochwirksamer Cocktail aus Peptiden, Enzymen und bioaktiven Aminen. Besonders hervor sticht Melittin, ein Peptid, das durch sein typisches Kribbeln auffällt und entzündungshemmend, beruhigend und hautregenerierend wirkt. Es reduziert Akne und Rötungen und sorgt für den kleinen Straffungs-Kick.
Besonders reife Haut oder Haut, die zu Schwellungen neigt, kann von Bienengift profitieren. Es eignet sich als zusätzlicher Wirkstoff, um die Haut glatter, straffer und strahlender erscheinen zu lassen.
Eine koreanische Studie aus dem Jahr 2015 liefert den spannendsten Hinweis: 22 Frauen nutzten zwölf Wochen lang ein Serum mit nur 0,006 Prozent Bienengift. Das Ergebnis: weniger feine Falten, straffere Haut und ein ebenmäßigeres Hautbild. Weitere Untersuchungen deuten sogar darauf hin, dass Bienengift die MMP-Aktivität hemmt – jene Moleküle, die Kollagen bei UV-Schäden abbauen. Damit könnte der Wirkstoff helfen, lichtbedingter Hautalterung entgegenzuwirken. Dennoch gilt: Die meisten Studien sind noch klein.
Während Bienengift-Seren gut erforscht und relativ sicher sind, treibt Hollywood den Trend wieder einmal zu weit: Anstatt es als Creme aufzutragen, lassen sich manche Promis direkt von einer Biene stechen. Stars wie Gwyneth Paltrow probierten die aus der Alternativmedizin stammende Praxis – die Wissenschaft ist von diesem Prozedere weniger überzeugt: Es gibt kaum Belege, die Risiken sind zahlreich (einschließlich schwerer Allergien) und es wirkt nicht besser als ein sorgfältig im Labor entwickeltes Serum.