Im Netz sorgt kaum ein Wirkstoff derzeit für so viel Gesprächsstoff wie Exosomen. Während Influencer von Exosomen-Facials und -Kosmetika schwärmen, verrät Barbara Franz, Wiener Dermatologin, gegenüber "Heute", was sie wirklich können.
"Sie sind winzige, natürlich vorkommende Partikel, die von unseren Zellen freigesetzt werden – man kann sie sich als kleine 'Boten' oder 'Transportkapseln' vorstellen", erklärt Franz. Exosomen enthalten wertvolle Proteine, Lipide sowie genetisches Material und dienen der Zellkommunikation: "Sie helfen den Zellen, miteinander zu 'sprechen' und Prozesse wie Regeneration, Entzündungshemmung oder Reparatur anzustoßen", erläutert sie weiter. In der Medizin werden die Partikel schon länger erforscht – etwa in der Wundheilung oder regenerativen Therapie. In der Kosmetik nutzt man Exosomen, um die Hautregeneration zu fördern und den Alterungsprozess zu verlangsamen.
"Sie gelten als Booster für die Hautregeneration: Exosomen können die Zellaktivität anregen, Kollagen- und Elastinbildung unterstützen und Entzündungen hemmen. Dadurch wirken sie glättend, beruhigend und verjüngend. Besonders spannend ist ihr Potenzial, die Hautbarriere zu stärken und die Wirkung anderer Wirkstoffe zu verbessern", so die Hautärztin. Laut ihr berichten vieler ihrer Patienten, dass die Haut nach einer Exosomen-Kur "praller, ebenmäßiger und widerstandsfähiger wirkt".
Sie verrät zudem: "Auch nach ästhetischen Behandlungen, etwa Laser, Microneedling oder Peelings, werden Exosomen gerne eingesetzt, um die Heilung zu beschleunigen und Rötungen zu reduzieren."
"Viele Menschen suchen nach innovativen, aber nicht-invasiven Anti-Aging-Lösungen und Exosomen versprechen genau das: sichtbare Ergebnisse ohne Spritze oder Skalpell", meint die Dermatologin. Zusätzlich können wissenschaftlichen Grundlagen mittlerweile deutlich besser verstanden werden: "Früher war die Anwendung eher experimentell, heute gibt es solide Studien, die zeigen, dass Exosomen tatsächlich die Hauterneuerung fördern können. Hinzu kommt natürlich der Trend zur 'biologischen' oder 'zellkommunikativen' Pflege – also Pflege, die mit der Haut arbeitet, nicht gegen sie", so Franz
"Grundsätzlich werden Exosomen sehr gut vertragen, da sie biokompatibel sind – also natürliche Prozesse der Haut unterstützen", meint die Wienerin. Trotzdem gilt laut ihr:
Bei sehr empfindlicher oder zu Allergien neigender Haut sollte man Produkte mit Exosomen zunächst vorsichtig testen. "Nicht die Exosomen selbst sind das Problem, sondern oft die Begleitstoffe im Produkt, wie Duftstoffe oder Konservierungsmittel", fügt sie noch hinzu.
Menschen mit aktiven Hauterkrankungen, wie Rosazea-Schübe, Ekzeme oder offene Entzündungen, sollten zunächst ärztlichen Rat einholen, "denn hier kann eine zu intensive Regeneration kontraproduktiv sein".
Für Franz gelten nur Exosomen-Produkte, "die wissenschaftlich formuliert und transparent deklariert sind", als die klaren Gewinner. Laut ihr sollte Wert darauf gelegt werden, dass die Kosmetik klinisch getestete Exosomen enthält, dennoch betont sie schließlich: "Wichtig bleibt immer: Exosomen sind ein spannender Zusatz, ersetzen aber nicht die Basisroutine aus Reinigung, Feuchtigkeit und Sonnenschutz."