Waren Täter vor Ort?

Videoüberwachung soll Supermarkt-Erpresser überführen

Nach tagelangem Schweigen ist klar: Hinter dem entdeckten Gift im Babybrei steckt ein Erpressungsversuch. Videos könnten jetzt zu den Tätern führen.
Christian Tomsits
20.04.2026, 17:50
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Nach Tagen der Ungewissheit meldet sich das Polizeipräsidium Bayern Nord und die Staatsanwaltschaft Ingolstadt mit einer Presseaussendung zum Giftkrimi um HiPP-Gläser erstmals zu Wort. Eine Sondergruppe "Glas" der Kripo wurde eingerichtet, die sich "mit aller verfügbaren Kraft" auf die Suche nach den Tätern machen soll.

Dazu wird "selbstverständlich" auch das vorhandene Videomaterial der Überwachungskameras der betroffenen Supermärkte unter die Lupe genommen, wie gegenüber "Heute" von einem  Insider bestätigt wurde.

Beim betroffenen Interspar in Eisenstadt speichern die Kameras bis zu drei Tage lang alles, was im und um den Markt passiert. Das Material soll derzeit von Beamten gesichtet werden. Es besteht der Verdacht, dass der oder die Täter die manipulierten Produkte persönlich vor Ort platziert haben könnten. Doch auch die genaue Lieferkette muss unter die Lupe genommen werden.

Unklar ist, ob nicht alles schon früher vonstattenging: Denn bereits Ende März soll eine Erpresser-E-Mail mit einer zweiwöchigen Frist beim HiPP-Konzern mit Sitz im bayrischen Pfaffenhofen an der Ilm eingegangen sein. Darin wurden angeblich zwei Millionen Euro gefordert, da ansonsten mit Rattengift versehene Babynahrung in Supermärkte geschmuggelt werde. Allerdings blieb das Mail, das im Spam-Ordner gelandet sein soll, wochenlang unbeachtet. Laut bayrischer Polizei wurde es erst am 16. April zur Anzeige gebracht.

Die im Schreiben angeblich dezidiert genannten Filialen in Eisenstadt, Brünn und der slowakischen Kleinstadt Dunajská Streda wurden umgehend informiert. In Eisenstadt kam die Warnung allerdings zu spät, zwei der besagten Gläser Karotten-Kartoffel-Brei waren bereits über den Ladentisch gegangen. Ein Kunde brachte ein verdächtiges Glas zur Polizei, dort wurde Rattengift in einem Schnelltest bestätigt. Ein weiteres Glas befindet sich noch in Umlauf.

Die Kommunikation zur Causa lief sicherlich nicht optimal. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte sich die Polizei nicht in die Karten blicken lassen. Im Burgenland verwies man für Details nach Deutschland. Dort bestätigte man allerdings erst nach tagelangem Schweigen und vielen Spekulationen laufende Ermittlungen – um erst wieder zu schweigen ...

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