Die Warnungen waren also berechtigt: Wie die Landespolizeidirektion Burgenland berichtet, wurde ein erstes, manipuliertes HiPP-Gläschen sichergestellt.
Zur Erinnerung: Behörden, Hersteller und Handel warnten die Bevölkerung vor möglicherweise vergifteter Babynahrung/Beikostnahrung der Marke HiPP, die in Österreich in Umlauf gebracht worden sein könnte – mehr dazu hier.
Hintergrund sind laufende Ermittlungen in Deutschland. Im Zuge dieser wurden die österreichischen Behörden darüber in Kenntnis gesetzt, dass sich eventuell verunreinigte HIPP-Gläser in Eisenstadt Umlauf befinden.
In Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) wurde mittlerweile ein derartiges, offensichtlich manipuliertes Glas mit Babynahrung "Karotten mit Kartoffeln" 190 Gramm vom Landeskriminalamt Burgenland sichergestellt. Dieses Gläschen war von einem Kunden gemeldet worden, ein Verzehr hat nicht stattgefunden.
In Tschechien und der Slowakei wurden ebenfalls markierte Gläser polizeilich sichergestellt. Erste Laboruntersuchungen ergaben bei diesen Produkten einen giftigen Zusatzstoff. Zudem wurde berichtet, dass manipulierte Gläser verdorben riechen würden.
Nach aktuellem Ermittlungsstand sind verdächtige Produkte an folgender Kennzeichnung erkennbar:
– Weißer Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden,
– bereits geöffneter oder beschädigter Deckel,
– fehlender Sicherheitsverschluss ("Knack-Geräusch" beim ersten Öffnen fehlt)
– ungewöhnlicher oder verdorbener Geruch (laut Zeugenaussagen)
Dringender Appell an Eltern und Betreuungspersonen – sollten Sie HiPP-Babynahrung mit dieser Markierung besitzen oder Auffälligkeiten feststellen:
– Nicht öffnen
– Keinesfalls verzehren bzw. einem Kleinkind zum Verzehr anbieten
– Produkt abseits sämtlicher Lebensmittel beiseitestellen, eventuell Handschuhe dafür anlegen
– Danach: Sofortiges gründliches Händewaschen mit Seife (mind. 30 Sekunden), VOR jeglichem weiteren Kontakt mit einer anderen Person, insb. Kindern
Die Landespolizeidirektion Burgenland nimmt Informationen zum Rückruf von HiPP Babygläschen mit möglichen lebensbedrohlichen Inhalten unter der Telefonnummer +43 5913310 Durchwahl: 3333 entgegen.
Durch Mitwirkung des Bundeskriminalamtes wurde eine Probe des sichergestellten Produkts am Samstagnachmittag untersucht und positiv auf Rattengift getestet. Die weiteren Erhebungen werden aktuell durch das Landeskriminalamt Burgenland in Kooperation mit dem Bundeskriminalamt geführt.
Die Behörden ersuchen um erhöhte Aufmerksamkeit und rasche Meldung verdächtiger Wahrnehmungen.