Steigende Rohstoffpreise und hohe Energiekosten haben viele Bäcker stark belastet, viele mussten zusperren. Die Traditionsbäckerei Gradwohl aus Weppersdorf zog vor gut einem Jahr die Notbremse: Filialen wurden geschlossen, der Betrieb neu aufgestellt.
Der Schritt hat sich ausgezahlt. Statt früher 17 Filialen gibt es nun sechs Standorte – drei im Burgenland und drei in Wien. Für Geschäftsführer Oliver Gradwohl war das der richtige Weg, berichtet der ORF.
Der Familienbetrieb, gegründet 1959, wird mittlerweile in dritter Generation von den Geschwistern Oliver Gradwohl und Julia Bader-Gradwohl geführt und beschäftigt aktuell 45 Mitarbeiter.
Parallel zum Sparkurs wurde auch das Geschäftsmodell erweitert. Eine zentrale Rolle spielt der Online-Verkauf. In der Zentrale in Weppersdorf werden täglich rund eine dreiviertel Tonne Bio-Vollkorn-Backwaren von Hand produziert – ein großer Teil davon für den Versand. Der Onlineshop liefert mittlerweile auch nach Deutschland.
"Die Verkaufszahlen steigen", sagt Bader-Gradwohl im ORF. Viele Kunden würden die einfache Bestellung und Lieferung nach Hause schätzen. In Österreich kommt das Gebäck innerhalb von maximal 48 Stunden an, nach Deutschland dauert es rund drei Tage.
Auch auf Social Media ist der Betrieb deutlich präsenter geworden. Das sorgt für mehr Reichweite – und sogar für Anfragen aus Deutschland. "Das sei bis dato einmal ein guter Weg gewesen", so Gradwohl.
Neben dem Onlinegeschäft setzt die Bäckerei wieder stärker auf persönliche Begegnungen. Backkurse sind zurück im Programm. Diese haben schon frühere Generationen angeboten, wurden aber wegen des laufenden Betriebs zwischenzeitlich pausiert.
Weil die Nachfrage hoch blieb, kehrte das Angebot vor zwei Jahren zurück. Heute gibt es Kurse für Privatpersonen und Firmen – und auch dieses Konzept entwickelt sich positiv.