Nachdem kurz vor dem Wochenende eine Warnung der Behörden ausgegeben wurde, stand bald fest: Die Täter hatten nicht nur gedroht. In einem Supermarkt im Burgenland wurde ein verdächtiges Glas gekauft.
Eine Analyse ergab später: Es war mit Rattengift versetzt! Konkret geht es um das Gemüseprodukt "Karotte mit Kartoffeln" (190 Gramm) des Herstellers HiPP.
Das manipulierte Glas – es war durch einen ominösen weißen Aufkleber samt rotem Kreis auf der Unterseite gekennzeichnet – wurde von einem Supermarkt- Kunden in Schützen am Gebirge (Bgld.) zur Polizei gebracht.
"Wir gehen davon aus, dass zumindest noch ein zweites Glas unterwegs ist", sagte Polizeisprecher Helmut Marban. Das wird jetzt dringend gesucht, vor dem Verzehr mit Nachdruck gewarnt.
In Oberösterreich werden ebenfalls die Regale kontrolliert. Auch in Tschechien und der Slowakei wurden inzwischen in Märkten auffällige Produkte entdeckt, auch dort soll der Gifttest positiv gewesen sein.
Nach einem Hinweis von deutschen Behörden auf einen gezielten Erpressungsversuch kam der Fall ins Rollen. Momentan wahrscheinlich: Die Täter sollen Geld von dem Hersteller aus Pfaffenhofen (Bayern) verlangt und möglicherweise dabei die vergiftete Charge genannt haben.
Dadurch konnten die Gläser nachverfolgt werden. Die deutsche Justiz will sich am Montag zu dem Fall ausführlich äußern.
Rattengift ist lebensgefährlich und führt zu einer verminderten Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Mögliche Symptome (können auch erst nach zwei Tagen auftreten) nach dem Verzehr sind Nasenbluten, Zahnfleischbluten, blaue Flecken und Blut im Stuhl.
Erkennbar sind die vergifteten Babybrei-Gläser an einem weißen Aufkleber mit rotem Ring am Boden des Glases. Beim geringsten Verdacht auf eine Vergiftung unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen.
Wichtig: Wer ein HiPP-Glas öffnet, soll darauf achten, dass ein gut hörbares "Klack"- Geräusch entsteht – ein Zeichen, dass das Glas noch nicht geöffnet war und nicht manipuliert wurde