Zwei Familien aus Afghanistan kamen nach Europa, erhielten 2024 in Griechenland Asyl, reisten aber trotzdem weiter nach Österreich. Die heimischen Behörden wollten sie deswegen klarerweise zurück ans Mittelmeer schicken – vorerst vergeblich. Erst ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Mitte März machte das möglich.
Am Montag wurde darauf aufbauend eine der Familien in Oberösterreich festgenommen, berichtet die "Kronen Zeitung". Von dort ging es ins Familienunterbringungsgebäude in der Zinnergasse im elften Wiener Gemeindebezirk, die Mutter und ihr Kind bekamen Tickets für einen Flug nach Athen am Mittwoch.
Doch dieser sollte ohne die afghanische Familie abheben. In dem Fall war nämlich auch noch eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof anhängig, die aufschiebende Wirkung hat. Die Beamten hatten das offenbar übersehen. Die Frau und die Tochter (4) wurden deshalb wieder freigelassen, bis der VfGH im Juni entschieden hat.
Kritik am Vorgehen kommt auch vom Anwalt der Familie, denn es war nicht der erste gescheiterte Abschiebeversuch. "Dass es jetzt schon zum zweiten Mal einen Abschiebungsversuch gegeben hat, ist für meine Mandantinnen schwer. Wir befürchten, dass diese Ereignisse auch traumatisierend für das Kind sein könnten", sagt er der "Krone".