Es sind nicht nur seine Töne, die berühren. Es ist sein ganzes Leben. Bei "Deutschland sucht den Superstar" sorgt Kandidat Abii Faizan für einen der emotionalsten Momente der Staffel.
Der 24-Jährige steht heute auf der Bühne, doch seine Reise begann unter ganz anderen Umständen. 2015 flieht er als 15-Jähriger allein aus den Kriegswirren in Afghanistan nach Deutschland. Ohne Eltern, ohne Geschwister. Seitdem hat er seine Familie nie wieder gesehen.
"Ich musste mein Zuhause von einem Tag auf den anderen verlassen", erzählt er. "Man versteht in dem Moment gar nicht, was passiert. Man funktioniert einfach." Erst später habe er realisiert, was diese Flucht wirklich bedeutet: der Verlust von allem Vertrauten und die Ungewissheit, ob es jemals ein Wiedersehen geben wird.
In Deutschland kommt er bei einer Pflegefamilie unter, hält den Kontakt zu seinen Eltern und drei Geschwistern nur sporadisch über WhatsApp. Die Situation bleibt schwierig: Eine Rückreise nach Afghanistan ist für ihn nicht möglich. Zu groß ist das Risiko, nicht mehr ausreisen zu dürfen. Auch seine Familie kann nicht einfach nach Deutschland kommen.
Und genau hier liegt seine größte Hoffnung.
"Wenn ich DSDS gewinnen würde, könnte ich vielleicht meine Familie nachholen", sagt Abii. Sein Traum ist es, genug Stabilität zu schaffen, um ihnen ein sicheres Leben zu ermöglichen. Besonders seine Schwestern liegen ihm am Herzen: "Für sie ist die Lage dort besonders schwer."
Als er seine Geschichte vor der Jury erzählt, wird es still im Studio. Isi Glück kämpft mit den Tränen, auch Dieter Bohlen und Bushido zeigen sich tief bewegt.
Für Abii selbst ist dieser Moment mehr als nur ein Auftritt. "Ich habe nicht nur gesungen, sondern meine Geschichte erzählt", sagt er. Erinnerungen kommen hoch, Emotionen brechen durch – und erreichen genau das, was er sich erhofft hat: echte Gefühle.
Sein Weg bei DSDS geht weiter – er schafft es in die Top 25. Doch unabhängig vom Ausgang ist für ihn klar, wofür er kämpft: für seine Familie, für eine Zukunft und für die Chance, sie eines Tages wieder in die Arme schließen zu können.