Die Deutsche Bank ist ins Visier der Ermittler geraten. Wegen des Verdachts auf gemeinschaftliche Steuerhinterziehung wurden am Mittwoch Geschäftsräume des Geldinstituts durchsucht.
Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte, dass die Staatsanwaltschaft Düsseldorf eine Maßnahme in den Geschäftsräumen des Unternehmens durchgeführt habe. Nach Angaben der Bank beziehen sich die Ermittlungen nach aktuellem Kenntnisstand auf Geschäfte der Postbank aus den Jahren 2008 bis 2010.
Die Deutsche Bank erklärte, sie werde im Verfahren als Drittpartei durchsucht und arbeite uneingeschränkt mit den Ermittlungsbehörden zusammen. Zu den laufenden Ermittlungen wollte sich das Geldhaus darüber hinaus nicht äußern.
Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung", des NDR und des WDR richten sich die Ermittlungen gegen zehn frühere Manager der Deutsche-Bank-Tochter Postbank. Ihnen wird gemeinschaftliche Steuerhinterziehung vorgeworfen.
Die Durchsuchungen stehen den Berichten zufolge im Zusammenhang mit sogenannten Cum-Cum-Geschäften. Dabei verleihen ausländische Investoren ihre Aktien kurz vor dem Dividendenstichtag an eine deutsche Bank. Nach der Dividendenausschüttung kann sich die Bank die fällige Kapitalertragsteuer anrechnen oder erstatten lassen, bevor die Aktien an den ursprünglichen Eigentümer zurückgehen.
Laut den Medienberichten führt die Staatsanwaltschaft zehn ehemalige Spitzenmanager der Postbank als Beschuldigte. Unter ihnen soll sich auch ein Manager befinden, der vor zwei Jahren in die Führungsebene der Deutschen Bank aufgestiegen sein soll. Die Ermittlungen dauern an.