Die Lage auf dem österreichischen Arbeitsmarkt hat sich im April nicht erholt – ganz im Gegenteil. Laut neuesten Zahlen des Ministeriums liegt die Arbeitslosigkeit zum Ende des Monats mit 320.316 Personen um +8.478 bzw. +2,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Insgesamt steigt die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden auf 398.342 Personen (+5.711 bzw. +1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr).
Ein besonders großes Problem bleibt die Langzeitbeschäftigungslosigkeit. Immer mehr Menschen finden über längere Zeit keinen neuen Job: Ende April 2026 sind bereits 103.322 Personen langzeitbeschäftigungslos – das ist ein Plus von 12.151 Personen bzw. 13,3 Prozent zum Vorjahr. Im Schnitt dauert es jetzt 134 Tage, bis man wieder Arbeit findet, das sind zehn Tage mehr als noch vor einem Jahr.
Besonders betroffen sind Menschen ab 50 Jahren (43 Prozent) und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen (50 Prozent). Insgesamt machen Langzeitbeschäftigungslose jetzt schon 32 Prozent aller beim AMS vorgemerkten Arbeitslosen aus.
"Eine aktive Arbeitsmarktpolitik bleibt auch in budgetär herausfordernden Zeiten zentral, um insbesondere langzeitarbeitslosen Menschen durch Qualifizierung und gezielte Maßnahmen wieder Perspektiven zu eröffnen. Niemand darf den Anschluss an den Arbeitsmarkt verlieren", unterstreicht Arbeitsministerin Korinna Schumann deshalb.
"Jede und jeder soll die Chance auf eine neue Perspektive am Arbeitsmarkt bekommen. Dafür setzen wir trotz des allgemeinen Spardrucks gezielt Offensivmaßnahmen für den Arbeitsmarkt und investieren auch in Zukunft dort, wo Unterstützung am dringendsten gebraucht wird. Denn klar ist für mich eines: Niemand darf zurückgelassen werden."
Trotz der schwierigen Wirtschaftslage gibt es aber auch einen Lichtblick: Die Beschäftigung entwickelt sich wieder etwas besser und liegt laut Schätzungen um rund 23.000 Dienstverhältnisse über dem Niveau vom Vorjahr.
Die Arbeitslosigkeit steigt aber derzeit in allen Altersgruppen. Regional sieht die Lage unterschiedlich aus: In Kärnten (-2,2 Prozent) und Oberösterreich (-0,7 Prozent) konnte der Anstieg der Arbeitslosigkeit als einzige Bundesländer gestoppt werden. Auffallend sind auch Unterschiede zwischen den Personengruppen: Während die Arbeitslosigkeit bei Frauen zuletzt um 6 Prozent gestiegen ist, stagniert sie bei Männern. Die Jugendarbeitslosigkeit ist leicht um 675 Personen bzw. 2,1 Prozent gestiegen.
Auch nach Staatsbürgerschaft gibt es Unterschiede: Die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft steigt nur um 0,7 Prozent, bei Inländern jedoch um 4,2 Prozent.