Robert Rogner in Russland:

"Wladimir Putin musste machen, was ich wollte"

Eine kuriose Begegnung mit Wladimir Putin und große Bauprojekte: Robert Rogner erzählt von seinen wildesten Karriere-Momenten.
Newsdesk Heute
03.05.2026, 11:50
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Wenn Robert Rogner aus seinem Leben erzählt, klingt vieles wie aus einem Film. Der Kärntner Tourismuspionier hat nicht nur außergewöhnliche Projekte umgesetzt – er traf auch auf Persönlichkeiten, die heute (unrühmliche) Weltgeschichte schreiben.

Eine seiner skurrilsten Erinnerungen führt nach Russland. In Moskau setzte sich Rogner gegen internationale Konkurrenz durch und gewann das prestigeträchtige Projekt "Hotel National" am Roten Platz. Kurz darauf ging es weiter nach Leningrad, heute St. Petersburg – und dort traf er auf einen Mann, den damals kaum jemand kannte: Wladimir Putin.

"Er war KGB-ler in Ostdeutschland und konnte perfekt Sächsisch", erzählt Rogner im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung". Für ihn wurde der heutige Kreml-Kriegstreiber als Übersetzer abgestellt. Die Situation hatte es in sich: "Eine Woche lang musste Putin machen, was ich wollte. Er musste mir folgen – und jetzt führt er seit Jahren diesen Krieg."

"Ein heiliger Ort"

Doch solche Erlebnisse sind nur ein Teil seiner Karriere. Rogner war immer dort, wo andere gezögert haben. "Ich hab mir immer die ganz schwierigen Sachen angetan", sagt er. Selbst in Österreich gab es große Herausforderungen. Sein inzwischen weltbekanntes Rogner Bad Blumau entstand unter schwierigen Bedingungen: Die Region galt als arm, Projekte waren kaum möglich. Dennoch setzte Rogner alles auf eine Karte.

Unterstützung fand er bei Friedensreich Hundertwasser. Die Zusammenarbeit war anfangs alles andere als sicher. Ein Sinneswandel des Künstlers brachte die entscheidende Wende: "Das ist ein heiliger Ort, wir machen es."

Der Weg dorthin war steinig. "Das Land machte viele Schwierigkeiten", erinnert sich Rogner. Besonders brisant: Genau über der Quelle sollte ursprünglich eine zentrale Mülldeponie entstehen. Für ihn unvorstellbar: "Blumau ist einzigartig. Es gibt hier viele Kraft- und Energiepunkte in der Erde."

Keine Zeit für Zufriedenheit

Rogner blieb sich dabei stets treu. Er arbeitete hart, ging Risiken ein und ließ sich nicht beirren. "Ich war immer schneller und besser, hatte Talent und Wille", sagt er über sich selbst. Zufriedenheit? Fehlanzeige. "Dafür hatte ich keine Zeit. Ich war immer alleine, man hat mich nie verstanden, auch die Politik nicht."

Auch Rückschläge gehörten dazu. Projekte wie ein geplantes "Historyland" in Kärnten scheiterten an politischen Entscheidungen: "Ich wollte Kärnten immer helfen. Wir brauchen eine Gaudiumstruktur, wie sie jedes Land hat, und nicht nur Autobahnen, wo jeder durchfährt. Aber das Land wollte lieber eine Milliarde Schilling in eine Zellstofffabrik investieren. Solche Fehler sind kaum aufzuholen", meint Rogner rückblickend.

Trotz allem blickt er auf ein erfülltes Leben zurück. Kurz vor seinem 85er denkt er noch immer an neue Ideen. Ganz loslassen kann er nicht. "Noch sind wir hier in Blumau nicht fertig", sagt er. Auf dem Grundstück wäre noch Platz für drei weitere Häuser – die dürfen aber andere Generationen angehen. Rogner senior denkt inzwischen kleiner: "Nur auf der Lotusinsel baue ich noch eine Erweiterung der Sauna."

Was wird einmal sein Vermächtnis sein wird? "Blumau, ein Unikat, und Albanien, sonst nichts. Wie ich das alles zusammengebracht habe, weiß ich selbst nicht mehr."

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.05.2026, 11:50
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