Die Zahl der armuts- oder ausgrenzungsgefährdeten Menschen in Österreich ist deutlich gestiegen. Laut aktueller Erhebung der Statistik Austria waren im Vorjahr 1.699.000 Menschen betroffen – das entspricht 18,8 Prozent der Bevölkerung. Im Vergleich zu 2024 bedeutet das einen Anstieg um 170.000 Personen.
Als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet gelten Menschen, die entweder erheblich materiell und sozial benachteiligt sind, deren Haushalt weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens zur Verfügung hat oder die nur gering in das Erwerbsleben eingebunden sind.
Das mittlere Haushaltseinkommen in Österreich lag laut Statistik Austria zuletzt bei 50.709 Euro pro Jahr. Zwar stiegen die Einkommen insgesamt an, allerdings nicht gleichermaßen in allen Bevölkerungsgruppen.
"Der Anteil der Personen mit einem Haushaltseinkommen unter der EU-definierten Armutsgefährdungsschwelle von 60 Prozent des Medianeinkommens nahm von 14,3 Prozent im Jahr 2024 auf 16 Prozent im Jahr 2025 zu", erklärte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria.
Unter die Armutsgefährdungsschwelle von 1.806 Euro netto pro Monat fielen im Vorjahr 1.448.000 Menschen oder 16 Prozent der Bevölkerung. Im Jahr davor waren es noch 14,3 Prozent.
Besonders häufig unter den zehn Prozent mit den niedrigsten Haushaltseinkommen vertreten sind Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft, Arbeitslose und Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss.
Auch Alleinerziehende, Familien mit drei oder mehr Kindern sowie Alleinlebende sind überdurchschnittlich oft von Armut betroffen.
2,9 Prozent der Bevölkerung gelten laut Statistik Austria als "erheblich materiell und sozial benachteiligt". Dazu zählen Menschen, die sich mehrere grundlegende Dinge des täglichen Lebens nicht leisten können.
Für 17,8 Prozent der Bevölkerung war ein Urlaub im Vorjahr finanziell nicht möglich. Von erheblicher Benachteiligung wird gesprochen, wenn mindestens sieben von 13 EU-definierten Merkmalen des täglichen Lebens nicht leistbar sind.
Statistik Austria betont abschließend den engen Zusammenhang zwischen Einkommen und Lebensstandard. Während die allgemeine Quote materieller und sozialer Benachteiligung bei 2,9 Prozent liegt, beträgt sie unter armutsgefährdeten Menschen bereits 10,1 Prozent – und ist damit mehr als dreimal so hoch.